Das Start-up bastelte an Lösungen, um gut geschützt mit eigenen Daten arbeiten zu können. Geldgeber konnte das Unternehmen zuletzt nicht mehr gewinnen.

Die Protonet Betriebs GmbH gab gestern bekannt, Insolvenz beim Hamburger Amtsgericht angemeldet zu haben. Bis zum Schluss sei es nicht möglich gewesen, schwarze Zahlen zu schreiben, heißt es in einer Mitteilung des 2012 gegründeten Start-ups. Investoren für eine nötige Anschlussfinanzierung habe man nicht gewinnen können. „Nach Jahren des Kämpfens und Durchhaltens, ist es nun umso enttäuschender – für uns, unsere Kunden und unsere Investoren“, sagt Gründer und Geschäftsführer Ali Jelveh. Von der Insolvenz sind 18 Mitarbeiter und über 2500 Kunden betroffen.

Protonet hatte 2014 auch international Schlagzeilen gemacht, als es in einer Crowdfunding-Kampagne auf der Plattform Seedmatch 3,2 Millionen Euro einsammeln konnte – die erste Million war innerhalb von eineinhalb Stunden zusammen gekommen. Mit dem Geld sollte die Entwicklung von kompakten Heim-Servern und der dazu passenden Software unterstützt werden, mit denen Gruppen ohne externe Cloud-Anbieter Daten speichern, bearbeiten und teilen konnten. Diese besondere Schutz der Privatsphäre fand Anklang in der Öffentlichkeit – ausreichend Käufer konnte Protonet jedoch nicht für sich gewinnen.

Auch ein Sprung in die USA und die Aufnahme in den renommierten amerikanischen Inkubator Y-Combinator brachten nicht die Wende. Mit den ersten Crowdfunding-Investoren stritt das Start-up einige Zeit über eine mögliche Rückzahlung der Gelder. Im vergangenen Herbst beendete Protonet zudem die Entwicklung einer Smart-Home-Zentrale und zahlte neuen Crowd-Investoren mehr als 300.000 US-Dollar zurück.

Seit 2016 habe man das Unternehmen intensiv umstrukturiert, „in der Hoffnung, Kosten und Ressourcen senken zu können um den Turnaround zu schaffen“, teilt Protonet nun mit. Der letzte Versuch: Seit Anfang des Jahres wurde an einem hardware-unabhängigen Modell gearbeitet, um Geschäftskunden zu erreichen. Jetzt muss der Crowdfunding-Pionier den Stecker ziehen. Die gekauften Server bleiben den Kunden zwar, die Domain-Adressen und die Software-Unterstützung soll aber in den kommenden Wochen eingestellt werden.