Das Aachener Start-up entwickelt ein Filtersystem für Herzklappen-Implantationen. Wichtige finanzielle Unterstützung kommt jetzt von internationalen und regionalen Investoren.

Die Technologie ist kompliziert, könnte aber Leben retten: Das Aachener Start-up Protembis arbeitet an einem Filtersystem, das Patienten bei Herzklappen-Implantationen vor Schlaganfällen schützen soll. Ergänzend zu Medikamenten soll das nur für den Eingriff eingesetztes System verhindern, keine Partikel bis in das Gehirn geschwemmt werden können. Für die weitere Entwicklung dieses Produkts hat das Start-up jetzt umgerechnet knapp neun Millionen Euro Risikokapital erhalten.

Die aktuelle Finanzierung soll dabei helfen, den weiteren Weg Richtung Marktreife zu ermöglichen – der ist bei Medizinprodukten aufgrund zahlreicher Testzyklen und aufwendiger Zulassungsverfahren deutlich länger und teurer als bei vielen anderen Start-ups. Protembis hatte 2015 und 2017 von staatlichen Förderprogrammen profitieren können, zudem gab es 2015 eine siebenstellige Anschubfinanzierung.

Nach eigenen Angaben hat Protembis bereits in ersten klinischen Studien belegen können, dass das Produkt sicher ist und wirkt. Jetzt plane man weitere Studien in Herz-Zentren in Europa und den USA, sagt der Technikverantwortliche Oliver Schumacher.

Medizintechnikkonzern beteiligt sich

Das Kapital stammt dabei aus einer Mischung von finanziellen und strategischen Investoren. Angeführt wird die Runde von der amerikanischen Medizintechnikfirma Abiomed, die Implantate und sogar Kunstherzen entwickeln. Die Europa-Zentrale des Konzerns liegt jedoch in Aachen.

Auch andere Investoren haben eher kurze Wege: So hat sich etwa der regionale „Seed Fonds III Aachen und Mönchengladbach” an der Finanzierungsrunde beteiligt. Hinter dem stehen lokale Geldgeber und Institutionen wie Sparkassen – investiert wird in lokale Start-ups wie etwa dem Einkaufs-Finanzierer Entrafin, der Sprachanalyse-Software Precire oder dem Software-Start-up Silexica. Danben beteiligen sich auch der Risikokapitalgeber Coparion sowie private Investoren und die Vermögensverwaltungen von wohlhabenden Familien.