Einer aktuellen Erhebung zufolge konnten Proptechs in Deutschland, Österreich und der Schweiz im vergangenen Jahr 90 Millionen Euro einwerben.

Technologiegetriebene Start-ups mit Fokus auf die Immobilienbranche sind auf dem Vormarsch: Nie zuvor haben so genannte Proptechs in Deutschland, Österreich und der Schweiz so viel Wagniskapital eingesammelt wie im vergangenen Jahr. Insgesamt waren es 90 Millionen Euro, die sich auf 21 Start-ups verteilt. Das ist das Ergebnis einer Erhebung des in Frankfurt ansässigen Accelerators Blackprintpartners.

Demnach ist die Zahl der Finanzierungsrunden mit einem Volumen über eine Millionen Euro seit 2013 kontinuierlich gestiegen und hat sich im vergangenen Jahr gegenüber 2016 mehr als verdreifacht. Im Schnitt sammelten die Start-ups bei Finanzierungsrunden je 4,1 Millionen Euro ein. Vor allem die Zahl der Spätphasenfinanzierungen habe zugenommen, erklärt Alexander Ubach-Utermöhl, geschäftsführender Gesellschafter von Blackprintpartners. „Das beweist auch, dass die Proptech-Szene langsam erwachsen wird.“

Eine der umfangreichsten Finanzierungsrunden im vergangenen Jahr meldete McMakler: Investoren steckten 16 Millionen Euro in den Berliner Online-Makler. Neue Geldgeber fand beispielsweise auch die deutsch-schweizerische Immobilienplattform Allthings und erhielt im Sommer 2,3 Millionen Euro. 3,5 Millionen Euro gab es für Doozer, die Handwerker und Wohnungswirtschaft zusammenführen wollen.

Fokus auf Vermittlung und Verwaltung

Insgesamt zählten die Yearbook-Autoren 368 Proptechs im deutschsprachigen Raum. Die Mehrheit ist auf Software- oder Web-Anwendungen spezialisiert, mit denen Immobilien vermittelt oder verwaltet werden können. In diesem Feld sind nach Einschätzung von Blackprintpartners die Hürden für Gründer ohne Ursprung in der Immobilienbranche am geringsten. Großes Potenzial für Newcomer vermuten die Autoren in Bereichen wie „Planen & Bauen“, „Visualisieren“ oder „Bewerten“.

Die Erhebung gibt auch Aufschluss über die geografische Verteilung der Start-ups. Demnach entscheiden sich Gründer wieder am häufigsten für Berlin – aktuell seien in der Hauptstadt 92 Proptechs angesiedelt. Zweitwichtigster Standort ist Berlin mit derzeit 29 Unternehmen. Auf Platz drei steht Wien mit 26 Proptechs.