Im Internet nach einer neuen Wohnung zu suchen, ist längst Alltag. Trotzdem haben viele PropTech-Start-ups immer noch neue Ideen, um den Immobilienmarkt zu revolutionieren.

Von Louisa Riepe

„Ich habe eine neue Wohnung gesucht und wollte in meinem Viertel bleiben, aber keinen teuren Makler bezahlen.“ Diesen Gedanken von Tim Zimmermann kann jeder nachvollziehen, der schon einmal umgezogen ist. Doch Zimmermann machte aus seiner Notlage ein Geschäft: Im Januar 2010 ging seine Website Salz&Brot online, zunächst als Plattform zur Wohnungssuche von Freunden für Freunde in Düsseldorf. Heute hat das Start-up sein Angebot auf 25 Städte in Deutschland ausgeweitet. Eines ist jedoch gleichgeblieben, sagt Zimmermann: „Unsere Angebote sind für den Mieter immer provisionsfrei.“

Ein typisches Wohnungsangebot bei Salz&Brot sieht in etwa so aus: zwei bis drei Zimmer, unter 1000 Euro Miete, Innenstadtlage. Der Vermieter zahlt für ein Inserat keine Gebühren. Der typische Nutzer ist zwischen 25 und 45, oft Student, mit kleinem Budget, und sucht eine Mietwohnung. Auf der Website können sich Interessenten mit einem Profil registrieren und bekommen neue Angebote direkt per Whatsapp und Facebook Messenger zugeschickt.

Salz&Brot setzt sich in seiner Nische deutlich von den Platzhirschen in der Immobilienbranche ab. Derzeit gibt es drei, die den Markt im Netz dominieren: Immobilienscout24, Immowelt und Immonet. Sie entstanden in einer ersten Digitalisierungswelle Ende der Neunzigerjahre. Allein Immobilienscout24 hat nach eigenen Angaben durchschnittlich etwa 500.000 verschiedene Angebote online und zieht damit etwa 12 Millionen Besucher pro Monat an.

Doch die Einführung des Bestellerprinzips im vergangenen Jahr hat das Feld für viele Start-ups interessanter gemacht. Durch die neue Regelung muss bei einer Vermietung derjenige den Makler bezahlen, der ihn bestellt hat – meistens ist das der Eigentümer, nicht der Mieter. Daher sahen einige Gründer eine Chance als PropTech. Das Kürzel steht für Property Technology, Experten verstehen darunter alle Geschäftsmodelle, die sich der Digitalisierung der Immobilienwirtschaft widmen.

Auch das Start-up Zoomsquare aus Österreich will von der Neuerung profitieren und ist seit Februar 2016 in Deutschland aktiv. Das Angebot richtet sich an Mieter, Käufer und Makler gleichzeitig. Die Suchmaschine macht es Nutzern leichter, individuelle Wünsche anzugeben und so genau die passenden Wohnungen im Netz zu finden.

Beispielsweise orientiert sich Zoomsquare nicht an Stadt- oder Bezirksgrenzen. Nutzer können konkrete Viertel oder attraktive Hotspots angeben und sogar mit der Maus die Grenzen des Gebiets einzeichnen, in dem die Wohnung liegen soll. Nachrichten über passende Inserate gibt es direkt über die eigene App, per Mail oder über Facebook. „Das Suchverhalten der Nutzer verändert sich“, sagt Gründer Andreas Langegger, „es wird immer mehr in den sozialen Netzwerken nach Wohnungen gesucht.“

Deshalb richtet er den Vertrieb auf Social Media aus. Schon heute können Makler über Zoomsquare Anzeigen schalten und ihre Angebote auf den entsprechenden Facebook-Seiten präsentieren. Über den Messenger steht Langeggers Team mit den Nutzern in Kontakt. „Bei Facebook sind mittlerweile Leute bis 45 Jahren aktiv. Das ist die relevante Zielgruppe für Makler“, sagt Langegger. Deshalb ist er sich sicher, dass das Modell von Zoomsquare weiter skalieren wird. Für das nächste Jahr ist eine Finanzierungsrunde geplant, um auch in anderen Ländern aktiv zu werden.