Namhafte Investoren stecken 20 Millionen Euro in das schwedische Start-up Kry. Das Geld könnte auch beim Sprung nach Deutschland helfen.

Der Doktor kommt per Video: Über eine App können sich Patenten mit Ärzten und Psychologen verbinden und so Kosten, Wartezeit und Aufwand für eine erste Sprechstunde minimieren. Mit diesem Modell hat das schwedische Start-up Kry nach eigenen Angaben bereits 100 000 Nutzern geholfen. Jetzt hat das Digital-Health-Unternehmen eine Finanzierungsrunde in Höhe von 20 Millionen Euro abgeschlossen.

Das Geld stammt unter anderem von den bestehenden Investoren, darunter der Berliner Venture-Capital-Fonds Project A sowie Index Ventures und Creandum. Neu dazugekommen ist der Investor Accel Partners. „Kry wuchs innerhalb kürzester Zeit zum Marktführer im privaten Gesundheitssystem in Schweden heran und kann nun als erfolgreiches Modell in viele weitere europäische Märkte hineingetragen werden“, sagt Thies Sander, Partner bei Project A und Beiratsmitglied bei Kry.

Geschäft mit gesetzlichen Risiken und Nebenwirkungen

Die Finanzierung will das Start-up für eben diese Expansion nutzen – bislang sind die 2014 gegründeten Schweden zusätzlich noch in Norwegen und Spanien aktiv. Auch Deutschland steht dabei auf der Liste: Mit großem Interesse haben Start-up und Investoren den Entschluss des Deutschen Ärztetags im Mai beobachtet, der das aktuell geltende „Fernbehandlungsverbot“ zugunsten moderner Konsultationsverfahren weiter aufweichen will.

Das Marktpotenzial von Start-ups im Gesundheitsbereich wird als groß eingeschätzt – häufig jedoch durch strenge gesetzliche Vorgaben ausgebremst. Investor Project A ist seit 2016 in drei Digital-Health-Firmen eingestiegen, darunter Junomedical, eine Berliner Vermittlungsplattform für medizinische Leistungen. Aber auch andere Geldgeber glauben an den Markt: Das in Leipzig gegründete Dipat und das Münchener Start-up Smart-Reporting konnten kürzlich siebenstellige Finanzierungsrunden abschließen.