Der Berliner Risikokapitalgeber Project A investiert in die Londoner Bildungsplattform Aula – und schärft damit seinen Blick auf den Bereich Edtech.

Mit einem Investment in das Londoner Start-up Aula nimmt Project A neue Technologien im Bildungssektor stärker in den Fokus. Der Berliner Wagniskapitalgeber führt eine Seed-Finanzierungsrunde in Höhe von insgesamt 4,2 Millionen US-Dollar an. Als Geldgeber waren auch der Pariser VC Brighteye und Sunstone Capital aus Kopenhagen beteiligt. Ein Teil des Kapitals stammt zudem von bestehenden Investoren wie etwa der Gesellschaft Nordic Makers.

Mit Hilfe des frischen Geldes will das Start-up Aula die Technik hinter seinem Bildungsportal weiterentwickeln. Die Gründer arbeiten daran, die digitale Infrastruktur im Bildungswesen zu verbessern – also auf einer zentralen Kommunikationsplattform beispielsweise den Austausch von Dateien für Schulen und Universitäten zu erleichtern. Hinter der Idee stehen die Oxford-Studenten Anders Krohn, Adrian Franklin und Oliver Nicolini. Ihre 2016 gegründete Firma bastelt nun an einem System, das verschiedene Lernplattformen bündeln und so beispielsweise den Austausch von E-Mails überflüssig machen soll. Als Vorbild dienen Portale wie Slack oder WhatsApp. Das erklärte Ziel: Interaktionen anregen und studentisches Engagement fördern.

Strategisch wertvoll

„Viele Universitäten arbeiten daran, Studenten stärker miteinzubeziehen. Eine der größten Hürden ist dabei der Aufbau einer digitalen Lerninfrastruktur, da die meisten Plattformen als reines Archiv für Präsentationen und PDF-Dokumente genutzt werden und nicht sehr nutzerfreundlich sind”, lässt sich Anders Krohn, Mitgründer von Aula, in einer Pressemitteilung zitieren. Sein Team hofft nun darauf, durch das Investment weitere Partner für das Projekt zu gewinnen. Genutzt wird die Plattform derzeit nach Angaben der Firma unter anderem von Universitäten in Nottingham und Derby. Eine Pre-Seed-Runde lief bereits im Januar vergangenen Jahres, angeführt durch Nordic Makers. Die offizielle Version der Plattform ist seit September online.

Lead-Investor Project A investiert mit der aktuellen Runde zum zweiten Mal in ein Start-up aus dem Bereich Education-Technology (Edtech). Zuvor floss bereits Geld an Peergrade aus Dänemark. Das Team entwickelt eine Plattform, auf der sich Schüler und Studenten gegenseitig Feedback zu Arbeiten geben können. „Einer der vielen Gründe, warum wir uns für den Edtech-Bereich begeistern, ist das häufig sehr hohe Maß an intrinsischer Motivation der Gründer, die wirklich etwas bewegen wollen in einem Bereich, der ihnen stark am Herzen liegt”, lässt sich Anton Waitz, Partner bei Project A, zitieren.

Fokus auf Tech-Start-ups

Dabei dürften allerdings strategische Motive eine große Rolle bei der Investitionsentscheidung gespielt haben – denn der Edtech-Fokus passt zur derzeitigen Ausrichtung: Project A verwaltet nach eigenen Angaben 260 Millionen Euro für die Finanzierung von Technologie-Start-ups. Dabei konzentriert sich der Wagniskapitalgeber insbesondere auf die Bereiche Software Engineering, digitales Marketing und Business Intelligence. Im Portfolio hat der Investor unter anderem die E-Commerce-Technologie von Spryker, der Kinderbuch-Verlag Wonderbly und das schwedische Start-up Kry, das an einer App für Arztgespräche per Video arbeitet.