Zum Netzwerk des Berliner Start-ups gehören mehr als 60.000 Ladepunkte in Europa. Die Gründer sollen auch nach dem Exit an Bord bleiben.

Als „Paypal der E-Mobilität“ haben Adam Woolway und Jacob van Zonneveld ihr Berliner Start-up Plugsurfing positioniert. Die Idee: Betreiber von Ladesäulen schließen sich der Plattform an, Autofahrer bekommen einen RFID-Chip, mit dem sie auch ohne Anmeldung bei den einzelnen Anbietern Strom zapfen können. Plugsurfing übernimmt dabei die Abrechnung und Zahlungsabwicklung.

Sechs Jahre nach dem Start haben die Gründer ihr Unternehmen nun an Fortum verkauft. Das gab der finnische Energieversorger heute bekannt. Zum Kaufpreis machten die Unternehmen keine Angaben. Wie van Zonneveld WirtschaftsWoche Gründer bestätigt, bleiben die Gründer im Unternehmen tätig. Derzeit seien 17 Mitarbeiter bei Plugsurfing beschäftigt. Fortum teilte mit, die Plattform des Start-ups in einem ersten Schritt mit dem eigenen Dienst „Charge & Drive“ verknüpfen zu wollen. Dieser wird bisher vor allem in Skandinavien genutzt.

Ladestationen in 24 Ländern

Die unzureichende und stark zersplitterte Ladeinfrastruktur gilt als eine der größten Hürden für einen Durchbruch der Elektromobilität. Dem Plugsurfing-Netzwerk haben sich nach Angaben des Unternehmens mehr als 200 Anbieter angeschlossen, die zusammen über 65.000 Ladepunkte in 24 europäischen Ländern betreiben. Unter den Kooperationspartnern in Deutschland sind die vier großen Energiekonzerne Vattenfall, EnBW, Innogy und Eon. Laut dem Start-up nutzen inzwischen 50.000 E-Auto-Fahrer den Dienst.

Zu den größten Konkurrenten von Plugsurfing zählt Hubject – ein Gemeinschaftsunternehmen deutscher Autohersteller, Energie- und Technologiekonzerne. Gesellschafter dort sind BMW, Volkswagen, Daimler, Innogy, EnBW, Bosch und Siemens. Der Plattform haben sich laut Hubject 300 Partner mit über 61.000 Ladepunkten angeschlossen.