Im Elevator der Pitch der WirtschaftsWoche will der Gründer von Playbrush, Paul Varga, mit seiner smarten Zahnbürste überzeugen. Wie urteilt Business Angel Andrea Kranzer?

Eine halbe Minute mit Investorin Andrea Kranzer im Fahrstuhl: Wie lautet euer Elevator Pitch?
50 bis 70 Prozent aller Kinder haben Karies – keine Kinderkrankheit außer Erkältungen ist so verbreitet. Mit unserer intelligenten Zahnbürste Playbrush verbessern wir die Zahnhygiene von Kindern, indem wir das Zähneputzen in ein Spiel verwandeln: Mit dem Playbrush-Aufsatz können Kinder über die Bewegungen einer Handzahnbürste Smartphone-Games steuern. So putzen Kids ihre Zähne länger, regelmäßiger und mit mehr Freude.

Wie seid ihr auf die Idee gekommen?
Mein Patenkind konnte von seiner Mutter nur durch Videos am iPad zum Zähneputzen überredet werden. Allerdings hat das Kind beim Zusehen meist das Putzen selbst vergessen. Da hatte ich die Idee, man könnte Kinder motivieren, indem man die Putzbewegungen in ein interaktives Spiel übersetzt.

Und wie verdient ihr damit Geld?
Wir verdienen am Verkauf der technisch aufgerüsteten Zahnbürste. Dazu haben wir unter anderem eine Partnerschaft mit dem Handelskonzern Unilever geschlossen, der uns unter der Marke Signal  vermarktet. Zudem können Eltern weitere Spiele für die Playbrush kaufen. Und schließlich bieten wir die Playbrush und Zahnpasta im Abo an.

Eure Kultur ist:
a) perfektionistisch wie bei Apple
b) nerdig wie bei Google
c) gnadenlos wie bei Uber
d) … angenehm und freundlich – aber auch ambitioniert wie bei Amazon, wo einer meiner Mitgründer vorher gearbeitet hat.

Wie sieht es mit Vielfalt in eurem Unternehmen aus?
Wir beschäftigen Mitarbeiter aus zehn verschiedenen Nationen und haben eine Frauenquote von 40 Prozent – das kann sich für ein Tech-Start-up sehen lassen.

Was war euer größter Rückschlag?
Wir mussten eine Woche lang in Nachtschichten 21.000 Playbrushes wieder auspacken und umprogrammieren, weil wir einen Softwarefehler zu spät bemerkt hatten.

Wo steht ihr in fünf Jahren?
Dann steht die Playbrush respektive ihr Nachfolger hoffentlich in ganz Europa in den Regalen und vielleicht in allen Kinderbadezimmern.

Fakten zum Start-up

Gründung: 2015

Mitarbeiter: 20

Finanzierung: Investoren

Erfolge: Bereits 150 000 Zahnbürsten verkauft.

Würde der Profi investieren?

Idee: 4/5

Geschäftsmodell: 5/5

Timing: 5/5

Urteil: „Für Eltern eine coole Idee, das Zähneputzen der Kinder aufzulockern. Als Investorin finde ich klasse, was Playbrush erreicht hat, etwa die Kooperation mit Unilever“

Andrea Kranzer, Business Angel und Gründerin der Kindergeburtstagsplattform Balloonas