Der Börsengang von Windeln.de war enttäuschend, zu den Start-ups von Rocket-Internet gibt es neue Zahlen und die  Playboy-Party eines Unternehmernetzwerkes sorgt für Ärger. Der Wochenrückblick.

Nur ein Drittel der Gründer in Deutschland sind weiblich, mehr würde dem Standort guttun, immerhin „gründen Frauen gründlicher“. Es gäbe wohl auch seltener Ärger mit Fotos von Sushi auf nackten Frauenkörpern auf Unternehmerparties. Die hatte Thomas Bachem, bekannter Gründer und Vorstand im Bundesverband Deutsche Startups, auf Facebook gepostet.

Der Grund: Die Entrepreneurs Organization (EO), laut Forbes die einflussreichste Unternehmerorganisation der Welt, hatte im Rahmen ihrer Leadership-Konferenz in Hugh Heffners Playboy-Mansion geladen. „Einfach nur peinlich“, antwortete die frühere WirtschaftsWoche-Gründerpreissiegerin Andrea Pfundmeier. Match2Blue-Geschäftsführerin Stephanie Renda erklärte: „Deswegen habe ich EO verlassen“.

Mit Windeln.de gab es mal wieder einen Börsengang. „Die Aktie ist zu teuer“, hatte die WirtschaftsWoche im Vorfeld geurteilt – das sahen offenbar viele Anleger ähnlich. Die Papiere verloren gleich zehn Prozent und animierten zu diversen In-die-Hose-gegangen-Wortspielen.

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Rocket Internet hat seine erste Jahresbilanz nach dem Börsengang vorgelegt. Der Umsatz stieg zwar fast um die Hälfte auf 104 Millionen Euro, doch unter dem Strich stand ein Minus von 20 Millionen Euro. Der Jahresbericht zeigt zudem, wie es bei den „Proven Winners“ HelloFresh, Foodpanda, Home24 oder auch den fünf Zalando-Klonen der Global Fashion Group läuft.

Als nächstes Boomthema setzt das Samwer-Team auf Essenslieferdienste. Foodpanda hat noch einmal 100 Millionen Dollar von Goldman Sachs und anderen Investoren eingesammelt – nachdem der Lieferdienst erst im März eine Finanzspritze von 110 Millionen Dollar erhalten hatte. Doch das Segment ist umkämpft, wer Marktanteile erobern will braucht viel Geld, wie die Übernahme von Yemeksepeti zeigt. Der türkische Marktführer war Delivery Hero immerhin 589 Millionen Dollar wert.

Wer wissen möchte, welche Wettbewerber es sonst noch in Europa gibt und wieviel Geld diese eingesammelt haben, kann das beim Radar von Tech.eu tun – einer neuen Datenbank für die europäische Start-up-Szene.