Die Schweden zahlen mindestens 20 Millionen Euro. Im letzten Jahr hatte die Firmengruppe bereits Goodgame Studios aus Hamburg gekauft.

In der Taverne gibt es neue Aufträge, in der Arena warten andere Spieler und in diversen Läden lässt sich bessere Ausrüstung kaufen: Mehrere Millionen Spieler tauchen immer wieder in die comichaft gezeichnete Welt von „Shakes & Fidget“ ab. Das Browserspiel, das auch auf Smartphones läuft, ist das Vorzeigeprodukt des Hamburger Spielestudios Playa Games – und wurde offenbar auch in Schweden aufmerksam probegespielt. Denn wie die Linköping ansässige Stillfront-Gruppe nun mitteilte, übernimmt sie das 2009 gegründete Unternehmen für 20 Millionen Euro.

Die bisherigen Gesellschafter von Playa Games sind die Gründer Jan Beuck und Martin Jässing. Beide sollen im Managementteam bleiben. Das Start-up gibt an, mit seinen insgesamt fünf Spielen und 70 Millionen registrierten Nutzern zuletzt einen Jahresumsatz von zehn Millionen Euro erzielt zu haben und seit dem ersten Geschäftsjahr profitabel gewesen zu sein. Den Angaben zufolge beschäftigt Playa Games zehn feste und rund 50 freie Mitarbeiter.

Die Übernahme folgt ziemlich genau ein Jahr, nachdem Stillfront das ebenfalls in Hamburg ansässige Start-up Goodgames Studios übernommen hatte. Damals zahlten die Schweden einen Gesamtpreis von 270 Millionen Euro, den Großteil davon in Aktien. Durch den Deal wurden die Goodgame-Gründer Kai und Christian Wawrzinek zu den größten Einzelgesellschaftern von Stillfront. Kürzlich gaben sie bekannt, sich Ende Februar aus dem Tagesgeschäft bei Goodgame zurückziehen zu wollen.

Nachschlag möglich

Auch beim Kauf von Playa Games zahlt Stillfront wieder nur einen Teil des Kaufpreises in bar. Für den Gegenwert von sechs Millionen Euro werden neue Aktien herausgegeben. Erfolgsabhängig kann der Kaufpreis im Anschluss noch angepasst werden – und könnte noch auf bis zu 45 Millionen Euro steigen. Neben den Spielen bringt Playa Games noch eine Software, mit der in die Jahre gekommene Flash-basierte Spiele in HTML5 konvertiert werden können.

Stillfront versteht sich selbst als Holding, unter deren Dach weitgehend selbständige Spielestudios arbeiten. In Deutschland gehört dazu neben Goodgame und Playa Games auch Byro Labs. Vertreten ist die Gruppe zudem in Schweden, Großbritannien, Rumänien, Bulgarien, Irland, den USA, den Vereinigten Arabischen Emiraten und auf Malta.