Zu den Investoren des Wiener Start-ups gehören die Berliner Volksbanken. Die Gründer wollen nun das Team aufstocken und nach Osteuropa expandieren.

Der Aufzug funktioniert nicht? Die Leitungen wurden falsch verlegt? Mängel zu dokumentieren und Nachbesserungen einzufordern, bedeutet für Bauherren eine mühsame Verwaltungsarbeit. Abhilfe verspricht die Cloud-Software PlanRadar, die außer im Browser auch per Tablet oder Smartphone genutzt werden kann. Das dahinterstehende Wiener Start-up hat nun eine Finanzierungsrunde in Millionenhöhe abgeschlossen.

Zu den Investoren zählen die österreichische Venture Capital-Gesellschaft aws Gründerfonds und der Berliner Frühphasenfonds Cavalry Ventures. Auch die Unternehmensbeteiligungsgesellschaft Berliner Volksbank Ventures ist an Bord. Deren Geschäftsführer Andreas Laule sagt: „Der Bauindustrie steht die Digitalisierung noch bevor. Wir sind sicher, dass PlanRadar daran einen erheblichen Anteil haben wird.“

Das 2014 gegründete Start-up will mit dem frischen Geld sein Team aufstocken: Im vergangenen Jahr beschäftigte PlanRadar (ehemals DRS DefectRadar) fünf Mitarbeiter, in diesem Jahr sollen es 25 sein. Nach dem deutschsprachigen Raum wollen die Gründer Domagoj Dolinsek, Clemens Hammerl, Ibrahim Imam, Constantin Köck und Sander van de Rijdt nun auch osteuropäische Märkte erschließen.

Namhafte Kunden gewonnen

Schon jetzt nutzen nach Angaben des Unternehmens über 800 Kunden die Software – darunter der Handelskonzern Rewe und das Bauunternehmen Strabag. Außer an Bau- und Projektleitern richtet sich die Lösung auch an Architekten, Techniker, Sachverständige und Facility Manager. Durch die integrierten Verwaltungs- und Kommunikationstools ergeben sich erhebliche Zeitersparnisse, versprechen die Gründer.

Per Smartphone oder Tablet lassen sich Mängel oder offene Leistungen per Foto, Zeichnung oder Sprachnotiz dokumentieren. Die Nutzer können das direkt vor Ort an die zuständige Firma weiterleiten und eine Deadline setzen. Dabei findet auch eine zentrale Speicherung aller Informationen statt. Der Auftragnehmer behebt den angezeigten Mangel und kann die Fertigstellung der Leistung direkt in das System eintragen und an den Auftraggeber melden.

Cavalry Ventures hat das Gründerteam von PlanRadar bereits vor der aktuellen Finanzierungsrunde begleitet und die Finanzierungsrunde mitinitiiert. Managing Partner Stefan Walter sieht in dem erfolgreichen Abschluss auch eine Bestätigung der operativen Hilfestellung durch Cavalry: „Wir sind sehr zufrieden mit der gefundenen Struktur, die es dem Team ermöglicht, für weiteres Wachstum auf das Netzwerk und die Expertise aus dem Investorenkreis zurückzugreifen.“