Auf der Start-up-Konferenz Pirate Summit in Köln diskutierten Investoren und Unternehmer – etwa darüber, wie wichtig fremdes Geld für Gründer ist.

Nach zwei Jahren war das Geschäft profitabel, kurz darauf standen gleich sieben Investoren vor der Tür: Doch Andrea Pfundsmeier entschied sich mit ihrem Partner für einen der kleinsten Schecks – und nahm 400.000 Euro von einem Business Angel an. Heute wächst und gedeiht ihr Unternehmen Boxcryptor. „Aber uns war direkt klar, dass wir nicht das nächste Einhorn sein wollen“, sagte Pfundsmeier auf dem Pirate Summit in Köln.

 Dort ging es vor allem um eine Frage, die viele Gründer bewegt: Lieber wenig bis gar keine finanzielle Unterstützung – oder sollte man früh möglichst viel fremdes Geld annehmen, um mit Macht einen Markt betreten zu können?

Lieferheld-Mitgründer Nikita Fahrenholz warb für Venture Capital. Als Initiator von Book-A-Tiger hatte Fahrenholz zahlreiche große Investmentrunden begleitet, heute ist er für den Austausch: „Man spricht dann auf Augenhöhe mit sehr cleveren Menschen, die ein ganz natürliches Interesse daran haben, dass du Erfolg hast“, sagt Fahrenholz.

Auftakt zur offenen Diskussion

Mit dem Mehr an Geld geht aber in der Regel auch ein Mehr an Mitspracherecht der Investoren einher – nicht für jeden Gründer etwas: „Zu mindestens 50 Prozent war es bei uns auch eine Entscheidung für einen Lebensstil“, sagte Pfundsmeier.

Ein offener Auftakt zu einer offenen Diskussion – typisch für viele der Runden auf dem Pirate Summit. Die Veranstaltung mit etwa 1000 Teilnehmern erlaubt sich fast schon traditionell ein paar Extravaganzen: Getagt wird auf einem Veranstaltungsgelände in Köln, das aus einem alten Schrottplatz geschaffen wurde. Zu den Namensschildern gab es für jeden Teilnehmer eine Augenklappe und ein Paar Socken („gegen kalte Füße“). Fällt eine Flasche im Auditorium um, dringt ein pirateskes „Arrrr“ durch den Raum. Und zwischen zwei ausrangierten Masten konnten Teilnehmer an einer Seilbahn über das Gelände schweben.