Bald werden in Deutschland mehr Pflegebedürftige leben als Berlin Einwohner hat. Der demografische Wandel schreit nach Innovationen. Ein Ruf, dem Gründer gerne folgen.

Morgens um 8 Uhr am Eingang eines Unternehmens irgendwo in Deutschland: Frauen und Männer eilen zur Arbeit, manche im Business-Look andere im Blaumann. Einige haben ein Kind an der Hand und biegen vorm Eingangstor erst mal rechts zum firmeneigenen Kindergarten ab. Andere sputen hingegen nach links – und bringen zunächst den Greis, den sie gerade im Rollstuhl vor sich herschieben, in die firmeneigene Pflegetagesstätte.

Tatsächlich gibt es in Deutschland noch kein Unternehmen mit eigener „PfleTa“ für die pflegebedürftigen Angehörigen ihrer Mitarbeiter. Doch das dürfte sich bald ändern, meint Nicola Rodewald. Die frühere McKinsey-Beraterin hat sich vor vier Jahren mit ihrem Unternehmen Amiravita selbstständig gemacht. Seither berät sie Unternehmen, Hochschulen und andere Institutionen darin, Arbeitnehmer mit pflegebedürftigen Angehörigen zu unterstützen.

Kompass durchs Pflegesystem

Das Unternehmen beauftragt und bezahlt Amiravita. Anschließend können sich die Mitarbeiter bei Amiravita melden und beraten lassen. „Das Pflegesystem ist sehr komplex und die meisten Pflegebedürftigen und Pflegenden finden sich alleine nur schwer zurecht“, erläutert Rodewald. Welche Leistungen bezahlt die Pflegekasse und wie erhalte ich sie? Welcher Pflegedienst ist gut? Wie kommt man als Angehöriger mit der belastenden Situation zurecht? Rodewald und ihr fünfköpfiges Team aus Pflegefachkräften, Gesundheits-Kommunikationswissenschaftlern und Psychologen wollen unabhängig zu allen Fragen beraten. Dazu haben sie unter anderem Erfahrungsberichte von Angehörigen in ganz Deutschland gesammelt und kooperieren mit dem Portal Pflege-Erfahrung.de.