Angesichts von Fachkräftemangel und Trend zur Feel-good-Arbeitsatmosphäre suchen Unternehmen Hilfe bei Start-ups wie Careerteam, Tandemploy und HR-Instruments.

Self-Scanner-Kassen, Pflegeroboter, Paketlieferung per Drohne – irgendwann werden Computer und Roboter alle Jobs übernommen haben. Das prophezeien Zukunftsforscher und Literaten schon lange. Doch noch ist es eine Vision. Tatsächlich sind die Arbeitslosenzahlen in den vergangenen Jahren gesunken; Fachkräfte werden sogar verzweifelt gesucht. Mehrere Start-ups helfen nun Unternehmen dabei, die richtigen Mitarbeiter zu finden – und zu behalten.

„Früher haben Dienstleister vor allem Personal vermittelt oder Trainings gehalten; heute wird die Bandbreite immer größer“, sagt Simon Werther, Sprecher der Fachgruppe für Human Resources im Bundesverband Deutsche Start-ups. Die Personal-Branche umfasse inzwischen sehr unterschiedliche Aspekte. Neben dem Demografischen Wandel, der Digitalisierung und dem Ruf nach mehr Frauen in Führungspositionen spielten der Druck zu Employer Branding und die veränderte Erwartungshaltung der Generation Y den Start-ups in die Hände. Neue Geschäftsideen tun sich auf.

Headhunting für die Digitalbranche

Der HR-Untergruppe beim Start-up-Verband gehören aktuell 30 Unternehmen an. Einige Bespiele:

  • Werthers eigene Firma, HR-Instruments, hat eine Software für Feedback und Mitarbeiterbefragungen entwickelt. Zu den Kunden gehören die Stadtwerke München und mittelständische Unternehmen.
  • Learningby versorgt Unternehmen mit digitaler Weiterbildung.
  • OrgAlive bündelt und visualisiert Personal-Informationen.
  • AllesRoger will Unternehmen helfen, das Arbeitsklima zu verbessern und die intrinsische Motivation der Mitarbeiter zu steigern.
  • Spendit beschäftigt sich mit steuerfreien Sachbezügen und Mitarbeiter-Geschenken als Alternative zum klassischen Tankgutschein.
  • Machtfit erstellt für Kunden eine web-basierte Plattform, auf der die Mitarbeiter Gesundheitsmaßnahmen wie Yoga und Stressmanagement wählen können.
  • Und Viasto ermöglicht es Personalbeauftragten, die Bewerber schon vor dem persönlichen Treffen per Video kennenzulernen.

Obwohl Human Resources also wesentlich mehr umfasst als „nur“ Personalvermittlung, ist und bleibt Recruting ein wichtiger Bestandteil. Spezialisten und Führungskräfte sind Mangelware, besonders in den Ingenieurwesen und der Informationstechnologie.

In der Human Resources-Trendstudie 2015 von Kienbaum sagten 58 Prozent der befragten Personalverantwortlichen, dass sie den Fachkräftemangel bereits deutlich spüren würden. Eine Chance für das Berliner Start-up 4Scotty  – eine umgekehrte Jobbörse, bei der sich Unternehmen um Job-Kandidaten bewerben – und Headhunting-Agenturen wie Careerteam.