Das Fintech wurde im vergangenen Jahr gegründet. Nach Angaben des Unternehmens gibt es bereits 3.000 Interessenten auf einer Warteliste.

Mit einem in der Basisversion kostenlosen Geschäftskonto für kleine Unternehmen will das im April 2016 gegründete Berliner Start-up Penta durchstarten. Die Registrierung ist schon länger möglich, nun können erste Kunden das Konto tatsächlich nutzen: Das Fintech hat heute bekanntgegeben, seine Plattform in Betrieb genommen zu haben. „Wir senden zur Zeit Einladungen zu über 3.000 Firmen, die auf unserer Warteliste stehen, und bringen jeden Tag neue Kunden live“, sagte Mitgründer Luka Ivicevic WirtschaftsWoche Gründer.

Penta richtet sich an Start-ups und mittelständische Unternehmen mit bis zu 30 Mitarbeitern. Diese sollen über die Plattform bald auch Zugriff auf andere Finanzdienste haben. Man sei dazu in Gesprächen mit diversen Fintechs für direkte Partnerschaften, so Ivicevic. Angedacht sind etwa Module für die Gehaltsbuchhaltung oder der  Zugang zu Finanzierungsformen wie Factoring.

Mit dem Zuschnitt auf kleine Personen- und Kapitalgesellschaften hebt sich Penta von anderen Start-ups ab, die Geschäftskonten anbieben. N26, Holvi und Kontist beispielsweise wenden sich bisher nur an Selbständige und Freiberufler. Identisch ist indes der Ansatz: Das Konto ist in einer Basisversion kostenlos und die Registrierung erfolgt – anders als bei traditionellen Banken – innerhalb weniger Minuten per Video-Chat. Außerdem gibt es eine Kreditkarte in einem auffälligen Design.

Monatlich zehn kostenlose Überweisungen

Geld verdienen will Penta künftig über Zusatzdienste und Gebühren. So sind im Basiskonto zwar zehn Überweisungen monatlich kostenlos, darüber hinaus werden pro Transaktion aber zehn Cent fällig. Das Start-up hat die Gebührenstruktur schon überarbeitet: Ursprünglich sollten 25 Überweisungen kostenlos sein.

Wie beispielsweise auch Kontist kooperiert Penta mit der Solaris Bank. Das Berliner Unternehmen ist mit seiner Banklizenz eine Plattform, an die Fintechs andocken können. Über das Einlagensicherungssystem sind Guthaben bis zu einer Summe von 100.000 Euro versichert. Die Solaris Bank hatte zuletzt im März 26,3 Millionen Euro von Investoren eingeworben. Penta selbst ist bisher aus Mitteln der fünf Gründer und über Business Angels finanziert. Das Unternehmen beschäftigt 21 Mitarbeitern.

Expansion in weitere Länder schon geplant

Aktuell ist das Angebot an einigen Stellen noch lückenhaft. Beispiel Smartphone-Apps: Diese würden derzeit getestet, sollen aber bald veröffentlicht werden, sagte Ivicevic. Noch fehlt zudem die Möglichkeit, das Geschäftskonto auch aus Buchhaltungs-Software heraus zu nutzen. Auch weil es noch so viele Baustellen gibt, will das Fintech es langsam angehen lassen – und Interessenten der Warteliste nun nach und nach einladen.

„Wir sind uns bewusst, dass Firmeninhaber uns ihr Geld anvertrauen und daher gehen wir sicher, dass jeder Baustein des Systems ausgereift ist bevor wir die Zugangs-limitation aufheben“, so Geschäftsführer und Mitgründer Lav Odorovic. Im kommenden Jahr will Penta indes bereits in andere europäische Länder expandieren und 10.000 Kunden gewonnen haben.