Im Elevator Pitch der WirtschaftsWoche wollen die Gründer von Peat, Pierre Munzel und Simone Strey, überzeugen. Ihre App hilft Bauern, Schädlinge einzudämmen. Wie urteilt Investor Florian Heinemann?

Eine halbe Minute mit Investor Florian Heinemann im Fahrstuhl: Wie lautet euer Elevator Pitch?
30 Prozent der Ernteerträge weltweit gehen Jahr für Jahr verloren, weil Pflanzen erkranken oder von Schädlingen befallen werden. Mit unserer App Plantix fürs Smartphone erfahren Bauern vor allem in Entwicklungsländern, wo die Ursachen liegen. Sie machen ein Foto vom Schaden, etwa am Blatt. Unser Algorithmus bestimmt dann Pflanze und Krankheit. Auch gibt er Bauern Tipps. Wir konzentrieren uns dabei auf die 15 wichtigsten Nutzpflanzen wie Reis, Weizen, Bananen und Mais. Inzwischen haben wir drei Millionen Fotos auf unserem Server. Jeden Tag kommen 15.000 dazu. Weiß die Software mal nicht weiter, hilft ein Expertennetzwerk.

Wie seid ihr auf die Idee gekommen?
Wir hatten als Wissenschaftler bei Bauern am Amazonas Bodenproben genommen. Die haben sich dafür wenig interessiert. Sie wollten aber immer wieder wissen, welche Krankheiten ihre Pflanzen haben und was sie tun können.

Und wie verdient ihr damit Geld?
Plantix ist für die Nutzer kostenlos, dafür bekommen wir mit jedem Foto, das wir analysieren, GPS-Koordinaten. So können wir sehen, was angebaut wird und wo sich wann Krankheiten und Schädlinge ausbreiten. Aktuell arbeiten wir noch am Geschäftsmodell. Es gibt aber viele Ideen, wie wir die Daten zu Geld machen können. Ab 2020 soll sich das Geschäft selbst tragen.

Eure Kultur ist:
a) perfektionistisch wie bei Apple
b) nerdig wie bei Google
c) gnadenlos wie bei Uber
d) … Wir lieben unsere Firma, weil wir damit etwas bewegen können.

Wie sieht es mit Vielfalt in eurem Unternehmen aus?
Bei uns treffen Pflanzenexperten auf Programmierer. Das ergibt eine bunte Mischung. Zudem sind wir ein sehr internationales Team.

Was war euer größter Rückschlag?
Das war ganz am Anfang, als wir im Wettbewerb um ein Gründerstipendium des Bundes durchfielen.

Wo steht ihr in fünf Jahren?
Dann wollen wir den weltweiten Standard zur Erkennung und Vorhersage von Pflanzenkrankheiten definieren.

Fakten zum Start-up

Nutzer: eine Million mit 15.000 hochgeladenen Fotos
Mitarbeiter: 15

Würde der Profi investieren?

Idee: 5/5
Geschäftsmodell: 4/5
Timing: 5/5

Urteil: „Sehr spannend. Gelingt es, wiederkehrende Umsätze zu generieren, während die Plattform  kostenlos bleibt, ist das Potenzial sehr groß.“

Florian Heinemann, Partner der Wagniskapitalfirma Project A und früherer Geschäftsführer bei Rocket Internet