Das dänische Unternehmen schließt eine umfangreiche Finanzierungsrunde ab. Ein Großteil des Geldes ist für den anspruchsvollen deutschen Markt reserviert.

Von sechs auf 25 Kolleginnen und Kollegen – und das bis zum Jahresende: Das ist das Ziel von Julian Tesche, der seit Januar den Berliner Standort des dänischen HR-Start-ups Peakon aufbaut. Für die nötigen Finanzmittel ist dabei erst einmal gesorgt: Das 2015 gegründete Unternehmen hat jüngst eine Finanzierungsrunde in Höhe von 22 Millionen Dollar abgeschlossen. Angeführt wurde die Finanzierungsrunde vom Risikokapitalgeber Balderton Capital, zudem stecken die bestehenden Investoren EQT Ventures, IDInvest Partners und Sunstone erneut Geld in Peakon.

Das frische Kapital soll vor allem für die Internationalisierung genutzt werden – und dabei steht Deutschland im Fokus der Dänen. Das Start-up verortet sich selbst im Bereich „People Analytics“: Durch die Auswertung von softwarebasierten Umfragen unter Mitarbeitern will man Unternehmen helfen, die Bindung der Angestellten zum Betrieb zu analysieren.

Mehr als digitale Nähe

Peakon ist schon seit einer Weile im Geschäft mit deutschen Unternehmen – unter anderem gehören Metro oder Delivery Hero zu den frühen Kunden. Bislang wurden diese jedoch alle von Kopenhagen aus betreut. Für den Standort in Berlin sucht Tesche jetzt Mitarbeiter mit Hintergrund im Personalwesen, die digitale Kompetenzen mitbringen.

Denn die Aufgabe, das Tool den deutschen Unternehmen näherzubringen, ist anspruchsvoll: „Der deutsche Markt ist noch vor der Adaptionskurve“, sagt Tesche im Gespräch mit WirtschaftsWoche Gründer. „In den Personalabteilungen herrscht ein großes Verständnis für das Thema, aber häufig fehlt noch die technische Expertise.“ Um die Firmen von der Wirksamkeit des Werkzeugs zu überzeugen, sei auch strategische Beratung wichtig: „Man muss in Deutschland über die digitale Nähe herausgehen.“