Mobil bezahlen – auf diesen Trend setzt Rocket Internet mit seinem Start-up Payleven. Nun hat das junge Unternehmen zehn Millionen Dollar eingesammelt.

Payleven sammelt weiter fleißig Geld ein: Das Mobile-Payment-Start-up aus dem Hause Rocket Internet verkündete am Donnerstag seine Series-D-Finanzierung. Insgesamt zehn Millionen US-Dollar nahm das 2012 gegründete Unternehmen ein, als neuen Investor konnte man Seventure gewinnen. Auch die bisherigen Geldgeber Holtzbrinck Ventures, Ru-net, B Cinque, New Enterprise Associates und Mepay investierten erneut. Damit kommt Payleven auf eine Finanzierungssumme von 51 Millionen Dollar.

Mit dem frisch eingesammelten Kapital will das Start-up nun sein Produkt ausbauen und mehr Nutzer gewinnen. Das junge Unternehmen der Gründer Konstantin Wolff und Rafael Otero setzt auf den Trend des bargeldlosen Bezahlens. Der Zahlungsvorgang wird bei Payleven über drei Schritte abgeschlossen: Via App können Nutzer einen Betrag in ihr Smartphone oder auf ihrem Tablet eingeben, dann legen sie ihre Karte an ein vom Start-up entwickeltes Lesegerät und darüber wird das Geld vom Konto abgebucht. Am Ende lässt sich per Smartphone oder Tablet ein Beleg per Mail verschicken.

Mobiles Bezahlen, ein Nischendasein

Geld verdient das Start-up über eine Gebühr. Bei EC-Kartenzahlung kassiert es 0,95 Prozent pro Vorgang, bei Kreditkartenzahlung sind es 2,75 Prozent. Die Zielgruppe von Payleven sind kleine und mittelständische Unternehmen. Nach eigenen Angaben beschäftigt die offiziell in London gemeldete Firma mehr als 170 Mitarbeiter, sie agiert in insgesamt elf Staaten. Dazu zählen nicht nur europäische Länder wie Deutschland, Großbritannien oder Frankreich, sondern mit Brasilien auch ein südamerikanisches. Zu den Konkurrenten von Payleven gehören unter anderem das Start-up Sumup, das ebenfalls bereits mehrere Millionen an Finanzierung eingenommen hat und kürzlich die Zusammenarbeit mit Mytaxi verkündete, und das schwedische Unternehmen iZettle.

Noch bleibt das mobile Bezahlen in Deutschland allerdings ein Nischendasein. Einer repräsentativen Pwc-Umfrage von 2015 zufolge hat nur jeder vierte Deutsche einmal mit dem Smartphone oder dem Tablet bezahlt – einmal, nicht regelmäßig. 75 Prozent haben noch nie mobil einen Betrag beglichen, 40 Prozent von ihnen wollen die Angebote auch gar nicht ausprobieren. Anbieter wie Yapital, die das Zahlen komplett ohne Karte möglich machen wollten, haben das bereits bemerkt und mussten aufgeben.