Wette auf einen aufstrebenden Markt: Der Investor will bis zu 100 Millionen Euro für afrikanische Start-ups sammeln. Beim Netzwerken soll auch das deutsche Büro helfen.

San Francisco, Berlin, Paris – und jetzt Dakar: Der Risikokapitalgeber Partech Ventures, der auch stark in deutschen Start-ups investiert ist, kündigt jetzt den Start eines Fonds für den afrikanischen Markt an. 100 Millionen Euro wollen die Investoren dafür einsammeln, 57 Millionen sind laut einer heute veröffentlichten Mitteilung bereits zusammen. Das Geld kommt dabei zum Teil auch von nicht-staatlichen Organisationen, wie etwa der zur Weltbank gehörenden Entwicklungsbank IFC oder der Europäischen Investitionsbank.

Mit dem neuen Büro im Senegal will Partech näher an die Akteure vor Ort heranrücken: „Das Ökosystem ist bereit für lokale Akteure, bei denen afrikanische Teams die besten afrikanischen Start-ups finanzieren“, sagt Cyril Collon, der den afrikanischen Fonds als General Partner mit leiten wird. Nach Angaben des Risikokapitalgebers hätten sich die die Finanzierungsrunden in Anschub- und Wachstumsphasen in Afrika in den letzten Jahren annähernd verzehnfacht – mit dem neuen Fonds will man von der Wette auf einen aufstrebenden Markt profitieren. Investieren will der neue Fonds Summen zwischen 0,5 und fünf Millionen Euro pro Start-ups.

In einigen Märkten spielen bereits Fintechs eine große Rolle, wobei Transaktionen häufig über Mobiltelefone abgewickelt werden. Auch die Versorgung mit Energie, die wiederum den Start von einzelnen Geschäftsmodellen überhaupt erst ermöglicht, ist ein Thema. Als weitere Investoren sind daher auch der französische Mobilfunkkonzern Orange, der Firmendienstleister Edenred und Außenwerbungsfirma JCDecaux dabei.

Trotz des klar erkennbaren starken französischen Einflusses will auch das deutsche Büro mithelfen. „Durch unser Büro in Berlin werden wir den afrikanischen Start-ups beim Markteintritt in Deutschland gerne mit unserem Netzwerk und Unternehmenspartnern behilflich sein“, sagt der Berliner Partner Olivier Schuepbach gegenüber WirtschaftsWoche Gründer. Hierzulande hatte Partech etwa zuletzt in den Solaranlagenvermittler Zolar investiert.