Wie ging es in den letzten Monaten für Parce weiter?
Wir hatten Glück: Unser Business-Angel Carsten Thoma, der Gründer von SAP Hybris, der bereits einmal in Parce investiert hatte, entschied, noch einmal Geld in unsere Idee zu stecken. Wie viel es genau war, verraten wir aber nicht.

Sie vertreiben mit Parce ja nicht nur Ihre eigene Hardware, sondern wollen ihr Know-how auch anderen Firmen zur Verfügung stellen. Können Sie ein Beispiel geben? 
Nehmen wir den Hersteller von Kaffeemaschinen als Beispiel. Durch unsere Software, die wir auf die Geräte spielen, erhält er einen sehr genauen Einblick in die Art und Weise wie seine Geräte funktionieren und wie die Nutzer mit ihnen umgehen – selbstverständlich sind all diese Daten anonym. So findet man heraus, was dahinter steckt, wenn das Gerät nicht mehr richtig läuft: Ist es ein Produktionsfehler? Oder lief etwas in der Handhabung schief? So kann der Hersteller direkt darauf reagieren und den Fehler beheben, indem er zum Beispiel ein Software-Update einspielt. Das ist die Zukunft: Am Ende kauft man nicht mehr nur ein Stück Plastik in Form einer Kaffeemaschine, sondern zugleich auch die Garantie darauf, dass das Gerät ständig überprüft und gewartet wird.

Was hatte es eigentlich mit der in der Sendung angesprochenen Rückrufaktion auf sich?
Wir hatten damals einen asiatischen Entwicklungspartner an Bord, der für uns die Zertifizierung der Produkte übernommen hat. Um diese muss sich jedes Unternehmen selbst kümmern, ehe es auf den Markt gehen darf. Die Prüfung war wohl zu ungenau, und als die Bundesnetzagentur bei einer Stichprobe feststellte, dass Teile der Produkte fehlerhaft waren, mussten alle aus dem Verkehr gezogen werden. Passiert ist zwar nichts, aber das sind die Gesetze. Von unserem Partner haben wir uns dann getrennt und machen seitdem die Entwicklung komplett In-House.

Hat der Vorgang das Vertrauen der Kunden in Parce erschüttert?
Wir waren überrascht und begeistert wie sehr unsere Kunden uns unterstützt haben. Wir haben allen angeboten, das Geld zurückzuzahlen oder einen Gutschein anzunehmen, mit dem sie die neue Generation der Stecker kaufen können. 50 Prozent haben die letzte Variante gewählt und es gab sogar solche, die den Stecker gar nicht zurückgegeben haben, weil sie darauf nicht mehr verzichten wollten.