Das Münchner Start-up Parce überzeugte Frank Thelen mit intelligenten Steckdosen. Warum es am Ende doch nicht zum Investment kam – und wie es weiterging.

Das Münchner Start-up Parce wurde erst vor zwei Jahren gegründet, und hat trotzdem bereits eine bewegte Geschichte hinter sich: 2016 brachten die drei Gründer nach einer erfolgreichen Crowdfunding-Kampagne auf der Plattform Indiegogo einen intelligenten Zwischenstecker Parce One, der über WLAN steuerbar ist, auf den Markt. Doch nur ein knappes halbes Jahr später schien die Glückssträhne abzureißen: Bei einigen Exemplaren wurden Sicherheitsmängel entdeckt.

Die Folge: Ein Produktrückruf. Das Ende von Parce? Mitnichten. Nur wenige Monate später kehrte das Start-up zurück – die Gründer Eugen Pflüger (42), Nikolaj Klebert (32) und Malte Janduda (29) stellten in der gestern ausgestrahlten Folge von “Die Höhle der Löwen” die (verbesserten) Nachfolgeprodukte vor.

Dort zeigte sich Jurymitglied Frank Thelen begeistert. Warum er am Ende doch nicht investierte und wie es für Parce danach weiterging, erzählt Eugen Pflüger im Interview.

Herr Pflüger, mit ihrem Produkt, einem smarten Zwischenstecker, begeisterten Sie in der Höhle der Löwen die Jurymitglieder. Am Ende schienen sich alle für Sie zu freuen, als Frank Thelen sich auf den Deal einließ… 
Zu dem es ja dann leider nicht kam. Wir haben uns nach der Aufzeichnung zusammengesetzt und Franks Team hat sich unser Geschäftsmodell und unsere Zahlen genau angeschaut. Am Ende stand fest: Frank findet zwar unser Produkt toll, aber ihm ist die Investition zu heikel – ihm schien die Konkurrenz zu groß.

Zu recht?
Natürlich gibt es viel Konkurrenz im Smart-Home-Markt. Die Branche ist neu und es herrscht eine wahnsinnige Dynamik, aber genau darin sehen wir auch die Chance für Start-ups wie uns. Der Kuchen ist noch nicht verteilt, die Rollen der einzelnen Unternehmen noch nicht festgeschrieben. Vor allem die USA und China sind Treiber, aber in Europa gibt es noch nicht viel. Hinzu kommt, dass wir mit dem „Made in Germany“ Label überzeugen können. Da bedeutet nämlich auch, dass unsere Server auf deutschem Grund stehen und alle Aufzeichnungen, die durch unsere Geräte getätigt werden, unter EU-Regeln fallen müssen.

Wie sehr hat Sie die Entscheidung von Frank Thelen getroffen?
Wir waren schon enttäuscht, denn wir hatten wirklich auf ein Investment gehofft. Viele Start-ups, die bei der Höhle der Löwen mitmachen, sagen ja, dass sie den Auftritt nur zu Marketingzwecken nutzen wollten, das war bei uns definitiv nicht der Fall. Dennoch sind wir im Guten auseinandergegangen. Noch heute haben wir Kontakt zu Frank Thelen und seinem Team und holen uns dort hin und wieder Ratschläge. Ich sehe die Höhle der Löwen als eine Art Speeddating – eine Heirat ist da nicht unbedingt garantiert. Im echten Leben trifft man ja auch mehrere potentielle Investoren, bevor es klappt.

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