Das digitale Inkasso-Unternehmen Pair Finance erhält rund 4,5 Millionen Euro Investorengelder, unter anderem von Zalando und der HitFox Group.

Das Berliner Fintech-Unternehmen Pair Finance erhält in einer Series A-Finanzierungsrunde 4,5 Millionen Euro von strategischen Geldgebern und Finanzinvestoren, darunter Zalando, die HitFox Group und Business Angels wie Maximilian Zimmerer, ehemaliger Vorstand der Allianz und Marc Stilke, ehemaliger CEO von Immoscout.

Auch bestehenden Kapitalgeber, wie der Company Builder FinLeap, yabeo Capital und Ey Ventures beteiligten sich erneut.

Mit dem Investment will das Start-up vor allem die Vermarktungsstrategie und seine eigens entwickelte, auf künstlicher Intelligenz basierende Technologie ausbauen.

Basierend auf Verhaltensforschung und Psychologie

Das 2016 in Berlin gegründete Pair Finance ist ein technologisches und datengetriebenes Unternehmen im Bereich Inkasso und Forderungsmanagement, das durch digitale Kommunikationswege und Verhaltensanalytik die offenen Forderungen säumiger Kunden effizienter und kundenorientierter realisieren möchte: So berücksichtigt ein selbstlernender Algorithmus eine Vielzahl von Daten, die vor und während der Interaktion mit den in Zahlungsrückstand geratenen Kunden kontinuierlich verarbeitet werden.

Mithilfe von Verhaltensforschung und Psychologie werden die Kunden anschließend typologisiert und mit individuellen Lösungsvorschlägen angesprochen, um die offene Forderung begleichen zu können.

Anders als bisher üblich per Post kontaktiert das Start-up den Kunden per Email, SMS oder über Messengerdienste. Die digitale Art der Kommunikation macht es möglich, der Zahlungsaufforderung einen individuellen Link mitzuschicken, über den der Kunde ebenfalls digital seine offene Forderung begleichen kann.

Rund 150 deutsche Mandanten

Dabei verzichtet Pair Finance vorgerichtlich auf die Zusammenarbeit mit einem Anwalt, um keine Drohkulisse aufzubauen, allerdings wird je nach Reaktion des Kunden die Tonalität und die Intensität der Ansprache angepasst, um offene Forderungen effizienter eintreiben zu können.

Das Unternehmen wird eigenen Angaben zufolge bereits von rund 150 deutschen Mandanten genutzt, unter anderem aus der E-Commerce-Branche, dem digitalen Dienstleistungssektor, bis hin zu großen Medienhäusern. Das Team besteht derzeit aus über 20 Mitarbeitern und wird von Co-Founder und CEO Stephan Stricker geführt.

Zukünftig sollen auch neue Segmente erschlossen werden, die sich in der digitalen Transformation befinden, zum Beispiel Banken und Versicherungen.