Das in Dachau ansässige Start-up hat Insolvenz angemeldet. Ideen zur Monetarisierung gab es zwar – sie kamen offenbar aber zu spät.

„Gemeinsam sind wir einen langen und ereignisreichen Weg gegangen. Der nächste Schritt ist daher besonders schmerzhaft: Outbank hat gestern schweren Herzens ein Insolvenzverfahren eingeleitet.“ Mit diesen Worten hat sich das Dachauer Start-up heute an seine Kunden gewandt. In dem Schreiben heißt es weiter, der Betrieb von Outbank werde langfristig eingestellt – sofern kein Käufer gefunden werde.

Nach eigenen Angaben beschäftigt Outbank 27 Mitarbeiter. Monatlich nutzen rund 100.000 Nutzer die Apps für iOS, macOS und Android. Die Banking-Software zeichnet sich dadurch aus, dass Kunden darüber auch mehrere Konten verwalten können und sie viele Analyse-Funktionen bietet.

Rentabel war das Start-up seit der Gründung 2001 nie. Die Insolvenz zum jetzigen Zeitpunkt kommt dennoch überraschend: Noch im Juli berichtete CEO Anya Schmidt bei Business Insider von vielen Fortschritten. Man sei mit der aktuellen Strategie auf dem richtigen Weg, so die Einschätzung damals.

Frank Thelen war 2015 eingestiegen

Schmidt hatte erst im April das Ruder von Gründer Tobias Stöger übernommen. Sie ist eine Vertraute von „Die Höhlen der Löwen“-Investor Frank Thelen, der neben 6Wunderkinder-Gründer Christian Reber vor zwei Jahren bei dem Start-up eingestiegen war. Schmidt plante, die in der Grundversion kostenlose App langfristig über Provisionen zu finanzieren. Erste Kooperationen mit anderen Unternehmen habe es bereits gegeben.

Wenig erfolgreich waren vorherige Versuche, Erlösquellen aufzutun. So setzte das Start-up zwischenzeitlich auf ein Abo-Modell, was bei bestehenden Nutzern auf heftige Kritik gestoßen war. Später gab es eine kostenpflichtige Version für Power-User, die mehr als zehn Konten verwalten wollten. Das Geschäftsmodell erklärte Schmidt Mitte des Jahres in einem Interview mit t3n für gescheitert.

Zu schaffen gemacht hat Outbank zuletzt auch die wachsende Konkurrenz durch reine Digitalbanken wie n26, die auf ansprechende Apps setzen – und auf Dauer ebenfalls durch die Vermittlung von Finanzprodukten Geld verdienen wollen.