Das Hamburger Handelsunternehmen gründet eine neue Logistikplattform aus. Die startet in einem heiß umkämpften Markt – zwischen Konzernen und Start-ups.

Der Name soll Programm sein: On Demand Commerce (kurz ODC), also Handel auf Nachfrage, verspricht ein neues Start-up aus dem Otto-Konzern. Damit will sich die Ausgründung in einem heiß umkämpften Markt positionieren: Zielgruppe sind vor allem kleine und mittelständische Händler, die sich nicht mehr um die Abwicklung ihrer Online-Verkäufe kümmern wollen.

ODC will sich um diese Abwicklung kümmern und die Waren nach Bestellung verpacken, versenden und auch Rückläufer bearbeiten. Bezahlen sollen die Händler dabei eine Gebühr pro Paket. So sei es egal, ob „ein oder tausend Pakete pro Tag“ versandt würden, lobt Christain Athen, einer von drei Initiatoren, das eigene Produkt.

Konzern will regelmäßig ausgründen

Nach eigenen Angaben nutzen bereits 60 Start-ups die Dienste der frisch gegründeten Logistikplattform – darunter unter anderem junge Händler aus dem Fashion- oder Home-Bereich. Schnittstellen bestehen auf der anderen Seite zu Logistikern wie DHL oder DPD, zu Shop-Systemen wie Shopify oder Shopware und zu großen Online-Marktplätzen wie Amazon.

Auch die Otto-Gruppe selbst ist natürlich angeschlossen. ODC sei ein „gutes Beispiel für unsere Investitionen in Neugründungen entlang der Wertschöpfungskette“ von Otto, sagt der Digitalchef der zuständigen Konzerntochter Digital Solutions, Sebastian Klauke. Kapital für solche Unternehmungen ist durchaus da: Im Frühjahr hatte der Konzern 85 Millionen Euro für derartige Ausgründungen zur Seite gelegt und zwei bis drei Initiativen pro Jahr angekündigt.