Das aus dem Karlsruher Institut für Technologie ausgegründete Unternehmen will mit autarken Mini-Generatoren Geräte von Batterien befreien.

Industriesensoren und Geräte im Smart-Home von Batterien und Stromkabeln befreien: Das ist die Vision von Otego. Das aus dem Karlsruher Institut für Technologie (KIT) ausgegründete Start-up ist auf sogenannte thermoelektronische Generatoren (TEGs) spezialisiert. Diese wandeln Wärme direkt in Strom um, sobald sie in einen Temperaturunterschied gebracht werden. Ein Beispiel ist die Verwendung an Heizungsthermostaten, an denen eine Seite des Generators höheren Temperaturen ausgesetzt ist.

Neu sind TEGs nicht – Otego nutzt aber andere Materialien als bisherige Anbieter und verspricht eine günstige Massenfertigung. Um das Verfahren zur Marktreife zu bringen, hat das Start-up nun eine millionenschwere Anschubfinanzierung bekommen. Dem Finanzierungs-Konsortium gehören der halbstaatliche Seedinvestor High-Tech Gründerfonds, das Stuttgarter IT-Unternehmen Vector Informatik und LBBW Venture Capital – eine Tochter der Landesbank Baden-Württemberg – an. Vorher ist Otego vom Exist-Programm des Bundeswirtschaftsministeriums gefördert worden.

Gedruckt und gefaltet

Das Karlsruher Start-up wirbt damit, von der Materialsynthese über die Elektronikentwicklung bis zur Produktion die gesamte Wertschöpfungskette zu kontrollieren. Hergestellt werden die Generatoren im sogenannten Rolle-zu-Rolle-Druckverfahren. Dabei werden Folienbahnen mit elektrisch aktiven Halbleitermaterialien bedruckt. Diese werden dann in einem patentierten Faltprozess zu kleinen Würfeln geformt. Im Gegensatz zu bisherigen Technologien würden keine Schwermetalle verwendet, so Otego.

„Die Funktion unserer TEGs ist nachgewiesen, das Herstellverfahren erprobt und skalierbar. Jetzt geht es für uns darum, in den interessanten Marktsegmenten wahrgenommen zu werden“, sagt Otego- Geschäftsführer Frederik Lessmann. Angestrebt würden Partnerschaften mit Herstellern im Bereich der Sensorik und im Industrie-4.0-Umfeld. Der Wirtschaftsingenieur hatte das Start-up zusammen mit dem Chemiker Silas Aslan sowie den Physikern André Gall und Matthias Hecht gegründet.