Motorleaf entwickelt Sensoren und Software für Gewächshäuser. Osram beteiligt sich über die Venture-Capital-Einheit Fluxunit.

Wie viele Früchte sind von Tomaten zu erwarten? Welche Beleuchtung und Düngemittel sind optimal für den Salat? Treten Pflanzenkrankheiten auf? Antworten auf Fragen wie diese will Motorleaf geben – mit digitaler Technik. Das kanadische Start-up entwickelt Sensoren und eine auf künstliche Intelligenz basierende Software, die sich an Gewächshausbetreiber richtet. Die Helfer sollen zu größeren Erntemengen, Kosteneinsparungen und einer besseren Betriebsplanung führen.

Für die Weiterentwicklung der eigenen Lösung bekommt Motorleaf nun Wachstumshilfe aus Deutschland: Osram gehört zu den Geldgebern einer 2,85 Millionen US-Dollar schweren Seed-Finanzierungsrunde. Das gab der Münchner Lichtkonzern heute bekannt. Weitere Investoren sind demnach die Wagniskapitalgesellschaften Radicle Growth, Desjardins Capital, Real Ventures und 500 Startup.

Osram ist bereits an Agrilution beteiligt

„Wir sehen großes Potenzial in der Nutzung neuester Datenanalysemethoden, um Ertrag und Vorhersehbarkeit im Anbauprozess kommerzieller Gewächshäuser noch weiter zu optimieren“, erklärt Ulrich Eisele, Geschäftsführer von Osrams Venture-Capital-Einheit Fluxunit. Das Unternehmen stellt zudem die Schnittstellen zum eigenen Geschäft heraus: Osram hat auch Beleuchtungslösungen für Gewächshäuser im Programm und hat kürzlich den US-Spezialleuchtenanbieter Fluence Bioingeering übernommen.

Bereits im vergangenen Jahr hatte sich Fluxunit an Agrilution beteiligt. Das Münchener Start-up hat einen intelligenten Gewächsschrank für den privaten entwickelt. Im April ist der Vorverkauf gestartet – ausgeliefert sollen die knapp 3000 Euro teuren Geräte ab Ende des Jahres.