Das Start-up schaltet sich zwischen Restaurants und hungrige Gäste. Eine Reihe von Unternehmern und Gründern hat jetzt Anteile an der App geordert.

App statt Kellner: Orda will den Bestellvorgang in Restaurants digitalisieren und in seiner Anwendung das Bestellen und Bezahlen von Essen und Getränken übernehmen. Die App, die sich sowohl an Restaurants als auch deren Gäste richtet, hat jetzt ein den Abschluss einer Anschubfinanzierung bekanntgegeben: „Mehr als eine Million Euro“ konnte das in München ansässige Start-up laut einer aktuell versendeten Pressemitteilung einsammeln. Das Start-up wurde zuletzt auch durch das staatliche Förderprogramm Exist unterstützt.

Statt eigener Apps für jedes Restaurant will Orda die Speisekarten von vielen Gastronomiebetrieben integrieren und so das Bestellen vereinfachen. Über QR-Code-Chips sollen die Gäste im Restaurant sogar an dem passenden Tisch einchecken können, so dass das fertige Essen an den richtigen Platz kommt.

Diese Palette soll das Bestellen für Gäste angenehmer machen und für Gastronomen effizienter. Für diese Vernetzung zweigt sich das Start-up bei jeder Bestellung einen Teil des Umsatzes vom Restaurant ab: Nach eigenen Angaben behält Orda einen einstelligen Prozentsatz ein, wenn am Tisch geordert wird, und einen zweistelligen Prozentsatz, wenn Nutzer Essen zum Abholen bestellen.

Konkurrenz der Gastro-Apps

Die Ziele der Orda-Gründer sind ehrgeizig. Als bisherige Referenzkunden führt das Start-up beispielsweise die Thai-Restaurant-Kette Kaimug oder die Bistro-Kette Dean & David auf. Bis Ende 2019 sollen 300 Restaurants in der App verfügbar sein, bis 2028 will man Marktführer für digitale Bestellung und Bezahlung in der Gastronomie in Europa werden.

Für die verschiedenen Anwendungszwecke der App existiert dabei schon große Konkurrenz: Auch Lieferdienste wie Foodora bieten mittlerweile eine „Pick-up-Funktion“ an, über die Abholer ihr Essen vorbestellen können. In den Restaurants selbst ringen vor allem zahlreiche digitale Kassensysteme um den Platz auf den Tablets und Smartphones der Servicekräfte: Dazu gehören etwa Gastrofix, Orderbird oder Tillhub, die alle satte Finanzierung verbuchen konnten.

Zu den neuen Gesellschaftern am Tisch gehören eine Reihe von Unternehmern und Start-up-Gründern. So haben sich etwa Michael und Clarissa Käfer vom Münchener Gastronomiebetrieb Käfer Feinkost an Orda beteiligt. Mit dabei sind mit Jan Deepen und Stefan Jeschonnek Gründer des Zahlungsdienstleisters SumUp, der 2016 mit Payeleven fusionierte.

In einer Erweiterung der Finanzierungsrunde kam unter anderem Gerald Schönbucher dazu, der seinen Online-Marktplatz Hitmeister 2014 an Real verkaufte. Daneben beteiligten sich auch Finanzinvestoren wie der Frühphaseninvestor 42Cap.