Mit deutscher Unterstützung strebt das britische Start-up ins All. Ein neuer Partner soll das Unternehmen zur europäischen Raumfahrtfirma machen.

Aus Schottland ins All: Das britische Start-up Orbex entwickelt wiederverwertbare Trägerraketen, mit denen in Zukunft Mini-Satelliten kostengünstig in ihre Umlaufbahn transportiert werden sollen. Nach einer ersten kleinen Finanzierungsrunde im vergangenen Jahr zündet Orbex jetzt die nächste Stufe: Umgerechnet 34 Millionen Euro Risikokapital sollen bei der Weiterentwicklung der Trägerraketen und dem Aufbau eines Weltraumbahnhofs in den schottischen Highlands helfen.

Mit dabei ist weiterhin auch der teilstaatliche deutsche High-Tech Gründersfonds – der eigentlich insbesondere als Frühphaseninvestor unterwegs ist und maximal drei Millionen Risikokapital pro Start-up investiert. Gegenüber Gründerszene wollte der HTGF zur exakten Finanzierungshöhe keine Stellung beziehen. „Uns war von Anfang an klar, dass Orbex das Potenzial hat, den Markt für Satelliten-Starts in Europa und darüber hinaus zu disruptieren und grundlegend zu verbessern“, sagte Yann Fiebig, Senior Investment Manager beim High-Tech Gründerfonds.

Geld aus ganz Europa

Eine Besonderheit ist die Beteiligung an Orbex aber in jedem Fall: Beim Einstieg im vergangenen Jahr war das Investment das erste Raumfahrtunternehmen im Portfolio – und eines der wenigen ohne Hauptsitz in Deutschland. „Orbex arbeitet mit vielen Partnern aus Deutschland zusammen“, hatte Fiebig die Finanzierung 2017 gegenüber WirtschaftsWoche Gründer begründet.

Jetzt wird das Start-up noch ein bisschen europäischer: Neben dem HTGF stammt das Geld aus der aktuellen Finanzierung auch von dem dänischen Risikokapitalgeber Sunstone Capital – in Dänemark hat Orbex nach eigenen Angaben ebenefalls Produktionsstandorte. Zudem beteiligt sich das spanische Luft- und Raumfahrtunternehmen Elecnor Deimos Space als strategischer Investor an Orbex. Weiteres Geld stammt von EU-Einrichtungen: Das Start-up arbeitet unter anderem an Forschungsaufträgen der Europäischen Kommission sowie der European Space Agency.