Mithilfe des Zahlungsdienstleisters Optiopay können Unternehmen Kunden und Mitarbeitern Gutscheine statt Bargeld anbieten. Prominente Partner von Amazon bis Zalando hat das überzeugt.

Marcus Börner und Oliver Oster wollen die Art und Weise ändern will, wie Menschen ihr Geld bei Rückerstattungen erhalten. Muss ein Versicherer zum Beispiel eine Schadenssumme regulieren, können dessen Kunden dank des Berliner Start-ups Optiopay entscheiden, ob sie den Betrag direkt per Überweisung erhalten wollen oder einen Einkaufsgutschein akzeptieren. Der Clou aus Kundensicht: Der Wert des Gutscheins liegt ein paar Euro über der ursprünglichen Erstattungssumme. Der Kunde kann mehr davon profitieren und das beteiligte Unternehmen – unter Vertrag sind schon Zalando, Amazon, Thomas Cook oder Lieferando – gewinnt so einen neuen Käufer. Optiopay bekommt eine Art Vermittlungsgebühr. Die HypoVereinsbank und die FidorBank nutzt dieses System bereits.

„Wir haben also eine klassische Win-Win-Win-Situation identifiziert und entwickelt,“ sagt Börner. Er hatte zuvor  2004 die Online-Plattform Rebuy gegründet – und stieg knapp zehn Jahre später aus. Vom Prinzip her funktioniert das Konzept, zumindest in der Kaufabwicklung ähnlich. Rebuy verkauft gebrauchte Gegenstände wie Bücher oder CDs und auch hier ist es möglich, sich im Auszahlungsprozess für das Geld oder den Gutschein zu entscheiden.

Auch das neue Konzept kommt an: Eine Commerzbank-Tochter hat – gemeinsam mit der die KFW Bankengruppe und internationalen Privatinvestoren einen siebenstelligen Betrag investiert. Nun hat sich die Berliner Auden AG an dem Start-up beteiligt – und zehn Prozent erworben. Zusammen haben sie sieben Millionen Euro investiert. Optiopay ist mittlerweile mit 15 Millionen Euro bewertet.

Steckbrief

Optiopay

Gründer: Marcus Börner (rechts) und Oliver Oster

Co-Gründer: Mike Rötgers, Oliver T. Neumann und Moritz C. Claussen

Gründung: 2015

Sitz: Berlin

Mitarbeiter: 50

Partner/Finanzierung: Main Incubator, biw Bank für Investments und Wertpapiere, Auden AG