Der umstrittene Gründer des Online-Auktionshauses Auctionata Paddle 8, Alexander Zacke, gibt den Chefposten ab. Neuer CEO wird der frühere Bertelsmann-Vorstand Thomas Hesse.

Der Schritt erfolgte offenbar auf Initiative der Investoren, die auf Hesse zugekommen seien. „Natürlich braucht ein sehr stark wachsendes Unternehmen auch Professionalisierung im Bereich Management. Dazu kann ich beitragen“, sagte Hesse im Interview mit der WirtschaftsWoche.

Zacke fungiert bei Auctionata Paddle 8 künftig als Chief Marketplace Officer. Die WirtschaftsWoche hatte im März über schwere Vorwürfe gegen Zacke berichtet. Demnach hatte ein Bericht des Wirtschaftsprüfungsunternehmens KPMG eine Reihe massiver Verstöße bei der Führung des Unternehmens aufgelistet. So sollen Zacke und seine Frau selbst und über Pseudonyme in Auktionen geboten haben.

Nach Aussage des neuen Auctionata-Chefs spielten die Vorwürfe beim Chefwechsel aber keine Rolle: „Herr Zacke hat dieses Unternehmen als Gründer stark nach vorne gebracht. Er wird auch in Zukunft eine wichtige Rolle im Unternehmen spielen.“

Mit dem ursprünglich für dieses Jahr anvisierten Börsengang ist wohl erst einmal nicht zu rechnen. „Mein Fokus liegt momentan aber darauf, dass Unternehmen operativ nach vorne zu bringen“, sagt Hesse. Nach den Aussagen des neuen Chefs ist vor einem Börsengang auch eine weitere Finanzierungsrunde denkbar. Das Start-up hat insgesamt 96 Millionen Dollar aufgenommen, die letzte Runde war im Mai 2015.

Ein Schwerpunkt für Hesse wird die Integration von Paddle8. Auctionata war im Frühjahr mit dem US-Konkurrenten fusioniert und heißt seitdem Auctionata Paddle8. Der Name könnte künftig aber geändert werden, deutet Hesse an: „Es gibt dazu Überlegungen aber noch keine Entscheidung“.