Das Berliner Unternehmen hat knapp 20 Millionen Euro eingesammelt. Ein frischer Fokus auf die Versicherungsbranche soll das Start-up in die USA tragen.

Schlauer Helfer im Hintergrund: In dieser Rolle sieht sich das in Berlin ansässige Software-Start-up Omnius. Mithilfe künstlicher Intelligenz will das junge Unternehmen anderen Firmen dabei helfen, deren Kommunikation mit Kunden schneller zu erfassen, zu sortieren und aufzubereiten. Dabei zielt Omnius insbesondere auf die Versicherungsbranche, wo heute noch viele Abläufe zumindest in Teilen manuell abgewickelt werden – und gleichzeitig der Kostendruck steigt.

Investoren glauben an diesen Branchenfokus: Das Start-up hat in dieser Woche den Abschluss einer ersten größeren Finanzierungsrunde bekanntgegeben, mit der die Gesamtfinanzierung auf insgesamt knapp 20 Millionen Euro ansteigt. Angeführt wurde die Runde vom Risikokapitalgeber Target Global. Daneben kamen MMC Ventures und Talis Capital dazu, bestehende Investoren wie Unbound und Anthemis beteiligten sich ebenfalls.

Neuer Fokus auf Versicherungen

Mit dem grundsätzlichen Thema der Analyse samt künstlicher Intelligenz ist das Start-up dabei schon seit 2015 unterwegs – anfangs jedoch unter dem Namen Searchink mit einem breiteren Fokus auf die Erkennung und Analyse von Handschriften. In diesem Frühjahr folgte dann der neue Markenauftritt als Omnius und die klare Spezialisierung auf die Versicherungsbranche. „Die automatisierte Schadensbearbeitung wird zu einem neuen Standard in der Versicherungsbranche werden, der die Kosten erheblich senkt und die Versicherung für die Kunden erschwinglicher macht“, ist der Target-Global-Partner Mike Lobano von seinem neuen Investment überzeugt.

Dort sieht sich das Start-up mit aktuel etwa 40 Mitarbeitern bereits gut aufgestellt: Nach eigenen Angaben ist die Software in Konzernen wie der deutschen Allianz, der schweizerischen Balloise und der amerikanischen AmTrust im Einsatz. Zudem zählten Versicherungs-Start-ups wie Lemonade oder Wefox zu den Kunden von Omnius.

Diese Kundenliste soll in den kommenden Jahren noch einmal kräftig anwachsen. „Wir wissen, dass sich die Versicherungsindustrie über die nächsten Jahre von prozess- hin zu datengesteuert verändern wird“, lässt sich Mitgründerin Sofie Quidenus-Wahlforss in einer Pressemitteilung zitieren. Noch in diesem Jahr will das Start-up eine eigene Niederlassung in den USA eröffnen, um den dortigen Markt intensiver bearbeiten zu können.