Das Start-up aus Oldenburg will zum ersten Anlaufpunkt in Sachen Spracherkennung werden. Nun beteiligt sich einer der Entwickler von Amazons Alexa.

Um seine Sprachtechnologie weiterzuentwickeln, hat sich Omnibot aus Oldenburg einen Branchenkenner an Bord geholt: Jeff Adams, ehemaliger Leiter eines der Entwicklerteams hinter Amazons Alexa, beteiligt sich mit seiner US-Firma Cobalt am 2014 gegründeten Start-up. Zudem unterstützt Adams das Omnibot-Team bereits seit zwei Monaten als wissenschaftlicher Leiter, sagt Geschäftsführer Jascha Stein auf Anfrage von WirtschaftsWoche Gründer.

Ziel seines Teams ist es, Unternehmenskunden mit der Entwicklung von Sprachassistenten zu gewinnen, sowohl für interne Prozesse als auch für den Kontakt mit deren Endkunden. Zum Beispiel kommen die Lösungen von Omnibot im Kundenservice zum Einsatz, um automatisiert Fragen zu beantworten oder auf Beschwerden zu reagieren. Zu den bekanntesten Kunden zählen Volkswagen und die Deutsche Telekom.

Erst seit dem Sommer ist Omnibot offiziell auf dem Markt unterwegs, zuvor arbeitete die Firma vier Jahre lang im Hintergrund an Pilotprojekten. Von derzeit 18 Mitarbeitern auf bis zu 100 soll die junge Firma bis Ende 2019 wachsen. Verstärken will CEO Jascha Stein die Teams an den Standorten in Europa, den USA, Indien und Südafrika.

Vom Konkurrenten zum Partner

Anschub für das weitere Wachstum erhofft er sich von der Kooperation mit Wettbewerber Cobalt, hinter dem auch der neue wissenschaftliche Leiter steht. „Wir bieten bereits eine vollständige Plattform für nahezu jeden Anwendungsfall und die Cobalt Technologien – auf die wir vollen Zugriff haben – sind bereits in der Omnibot-Plattform integriert“, sagt Stein. Cobalt bleibt als eigenständige Firma für Auftragsentwicklung bestehen, Jeff Adams behält sein Amt als Geschäftsführer neben seiner Funktion bei Omnibot.

Ein wertvoller Partner für die junge Firma, denn der Mathematiker hat nicht nur einige Jahre in Deutschland gelebt, sondern bereits mehr als 20 Jahre Erfahrung im Bereich der Sprachtechnologie gesammelt. Bis 2014 war er beim US-Versandhändler Amazon für die Entwicklung des Assistenten Alexa zuständig, danach gründete er Cobalt.

Kennengelernt haben sich die beiden Firmenchefs laut Stein Anfang 2017 auf einer Konferenz im Silicon Valley. „Jeff Adams und sein Team sind Anfang letzten Jahres auf unsere Plattform aufmerksam geworden und wollten sie ursprünglich lizenzieren. Wir hatten zu jenem Zeitpunkt bereits einen Versicherungs-Vertriebsassistenten entwickelt, der im Chat- oder Sprachdialog über eine Webseite Versicherungen anbieten kann“, sagt Omnibot-Gründer Stein. „Nach einer Weile der Zusammenarbeit mit Cobalt haben wir uns für eine enge Zusammenarbeit mit einer Unternehmensbeteiligung entschieden.“