Ein neuer Kontinent für Ohlala: Das Berliner Start-up geht in die Vereinigten Staaten – mit angepasstem Angebot und frischem Kapital.

Mit bezahlten Dates wollen Pia Poppenreiter und Torsten Stüber die USA erobern: Die Gründer des Berliner Start-ups Ohlala starten am heutigen Mittwoch in New York. Mit ihrem Credo „Lass es uns doch nicht so kompliziert machen!“ wollen sie das Verabreden an der Ostküste vereinfachen. Dates sollen sich binnen 20 Minuten über die App ausmachen lassen.

Für die Expansion hat Ohlala bereits im Dezember eine Finanzierungsrunde abgeschlossen, wie das junge Unternehmen nun bekannt gab. Insgesamt 1,7 Millionen Dollar erhielten die Gründer von diversen Investoren. Zu den Geldgebern zählen Max Finger, einst Alando-Mitgründer gemeinsam mit den Samwers, Moviepilot-Gründer Ben Kubota und Immobilien.net-Unternehmer Markus Ertler.

Das Start-up wurde 2015 gegründet und versteht sich als Plattform für bezahlte Treffen. Männer können dort Verabredungen mit Frauen buchen. Diese wiederum legen den Preis fest. Die Spanne liegt in Deutschland zwischen 100 und 200 Euro pro Stunde. Anders als Poppenreiters vorherige Plattform Peppr soll es sich bei Ohlala nicht nur um ein Portal für Prostituierte handeln. Das Start-up solle Menschen für ein „spontanes, bezahltes Date“ zusammenbringen, wie Poppenreiter gegenüber „Techcrunch“ verlauten lässt. Was bei dem „Date“ passiere, sei Privatsache.

Schneller „Daten“ in New York

Auch das Wort „Escortservice“ vermeidet die Gründerin. Es gehe stattdessen um bezahltes Dating. Dass sie dies so explizit betont, dürfte kein Zufall sein. Im Staat New York ist Zuhälterei ein Vergehen, das mit bis zu 1000 Dollar oder einem Jahr Gefängnis geahndet werden kann. Sollte Ohlala in diese Ecke gerückt werden, könnte es also teuer für das Start-up werden.

Bisher konnte Ohlala mehr als 25.000 „Dates“ vermitteln. Für den Start in den USA hat Ohlala sein Angebot angepasst. Anders als in Deutschland sollen die „Dates“ dort schneller vereinbart werden können, eine Frau hat dort nur 20 Minuten Zeit, um auf das Angebot eines Mannes zu reagieren. Hierzulande sind es 24 Stunden. Zudem geben die Frauen eine Preisspanne statt eines Fixpreises an.

Für das Jahr 2016 hat Poppenreiter große Pläne. Das Unternehmen ist kürzlich nicht nur in drei weiteren deutschen Städten – Köln, Düsseldorf und Stuttgart – gestartet, es will künftig auch eine Bezahlfunktion via App anbieten. Derzeit müssen die „Dates“ noch persönlich bezahlt werden. Zudem sollen in Zukunft auch Frauen Männer buchen können, wie die Gründerin der „Gründerszene“ verriet.