Sex sells – nicht: Ohlala steckt in der Krise. Es wäre nicht das erste Start-up von Pia Poppenreiter, das mit Problemen zu kämpfen hat.

Es ist nicht der erste Versuch von Pia Poppenreiter, ein Start-up aufzubauen, aber scheinbar setzt sie auf das falsche Thema. 2015 gründete sie gemeinsam mit Torsten Stüber Ohlala, eine Plattform für bezahlte Treffen. Männer können dort Verabredungen mit Frauen bieten, die wiederum die Preise festlegen – in der Regel zwischen 100 und 200 Euro. Es geht dabei angeblich nicht um Sex, sondern auch um gemeinsame Mittagessen: Was bei der Verabredung passiere, hänge von der zuvor getroffenen Abmachung ab.

Schon im Dezember gab es dafür 1,7 Millionen Euro, darunter von Alando-Mitbegründer Max Finger und Moviepilot-Gründer Ben Kubota. Die Expansion in die USA konnte so bezahlt werden, aber das waren nicht die einzigen Ziele, die sich Ohlala für 2016 gesetzt hatte: Die App sollte in weiteren deutschen Städten verfügbar sein und Frauen sollten auch Männer buchen können. Zuletzt konnte der Dienst in sieben deutschen Städten genutzt werden, darunter Hamburg und Berlin.

In der Vergangenheit nun aber häuften sich die Gerüchte, dass es finanzielle Probleme gäbe. Gründerin Poppenreiter hat auf Anfrage des Internetportals Gründerszene lediglich bestätigt, dass es Entlassungen gegeben habe, die genaue Höhe nannte sie aber nicht. Man wolle das Produkt weiter optimieren. Das Start-up soll zuletzt sechs Mitarbeiter gehabt haben.

Bereits 2014 war Poppenreiter an der Dating-App Peppr beteiligt. Darauf konnten Freier Verabredungen mit Sexarbeiterinnen buchen. Poppenreiter erlangte kurz nach dem Start große mediale Aufmerksamkeit, zuletzt mit dem Einfrieren ihrer eigenen Eizellen. Danach stieg sie aus: Grund dafür sollen Unstimmigkeiten über die weitere Ausrichtung der App gewesen sein. Die App gibt es in jedem Fall immer noch.