Das Start-up aus Berlin positioniert sich als Helfer in Trauerfällen. Investoren stecken jetzt einen Millionenbetrag in das Geschäft. Auf dem Markt ist November nicht alleine.

Helfer in der Not: Das Start-up November verspricht eine Begleitung in der Bestattungsvorsorge und bei Bestattungen selbst. Mit diesem Geschäftsmodell in einem sensiblen Lebensbereich konnten die Berliner jetzt Investoren überzeugen. Dabei hat sich die MIG Verwaltungs AG neu mit 2,6 Millionen Euro an dem Start-up beteiligt, wie der Risikokapitalgeber kürzlich bekannt gab. „Wir glauben an das Potential von November, ein echter Game Changer in einem Milliardenmarkt zu werden“, sagt MIG-Verantwortlicher Michael Motschmann.

Nach Angaben des 2016 gegründeten Start-ups sind insgesamt damit etwa fünf Millionen Euro an November geflossen. Die restliche Summe verteilt sich auf verschiedene Geldgeber, darunter die Gründer von Bonial (Christian Gaiser) und Audibene (Marco Vietor), den Pharma-Unternehmer Helmut Jeggle sowie die Venture-Capital-Gesellschaften Hama Investments und STS Ventures.

Nach eigenen Angaben kooperiert das Start-up mit 160 Bestattungsinstituten in Deutschland. Die führen die eigentlichen Bestattungen im Auftrag von November vor Ort durch. Mitgründer Christoph Basner ist von einer guten Partnerschaft überzeugt: „Wir bieten zusätzliche Aufträge, die das Kerngeschäft des Bestatters nicht kannibalisieren, da wir auf andere Marketingkanäle setzen“, sagt Basner gegenüber WirtschaftsWoche Gründer . So könnten die Bestatter durch November-Aufträge ihre Ressourcen besser auslasten.

Kontakt über digitale Kanäle

2000 Kunden habe man seit der Gründung schon in und um Trauerfälle beraten, gibt das Start-up mit aktuell 25 Mitarbeitern an. Jetzt soll vor allem die Kundenberatung ausgebaut werden, deren Bedeutung November regelmäßig betont. Neue Kunden sollen unter anderem über performanceorientierte Marketing-Kanäle auf die Dienstleistungen aufmerksam gemacht werden.

Alleine ist November mit dem Fokus auf den Bestattungsmarkt nicht. Vor wenigen Wochen überraschte der ebenfalls in Berlin ansässige Konkurrent Mymoria mit einer weiteren Millionenfinanzierung und einem neuen Investor, obwohl erst im Frühjahr ein einstelliger Millionenbetrag geflossen war. Auch Funeria wirbt mit einer transparenten Übersicht zu Bestattungskosten.

Als Unterscheidung setzt November nach eigenen Angaben auf eine eigene Verantwortung über den gesamten Prozess und eine intensive Beratung: Man begleite die Kunden empathish, so Mitgründer Basner, „vom Erstkontakt bis zum Nachgespräch“.