Das Frankfurter Energie-Start-up kann ein hohes sechsstelliges Investment abschließen. Der Kontakt zu High-Tech Gründerfonds und privaten Geldgebern kam über einen Wettbewerb zustande.

Kleine Kraftwerke, große Chancen: Getrieben durch die Energiewende in ganz Deutschland entstehen neue dezentrale Energieerzeuger – die Vernetzung ist noch eine große Hürde. Das junge Frankfurter Start-up Node.Energy will mit seiner Software die Verwaltung dieser sogenannten Microgrids vereinfachen. „Selbst Energieberater und -dienstleister müssen sich aktuell mit Excel und Co mühsam durch jedes Projekt kämpfen“, sagt Matthias Karger, der das Unternehmen gemeinsam mit Lars Manuel Rinn gegründet hat.

Der Ansatz von Node.Energy überzeugt jetzt auch Investoren: Der High-Tech Gründerfonds (HTGF) und fünf Geldgeber aus dem Netzwerk der Business Angels Frankfurt-Rhein-Main beteiligen sich mit 775.000 Euro Wachstumskapital an dem Start-up. „Uns hat besonders die exzellente Marktkenntnis und Umsetzungsstärke der Gründer überzeugt und wir freuen uns, das Team bei der Erschließung dieses stark wachsenden Marktes zu unterstützen“, sagt Ulrich Schmitt, zuständiger Investment-Manager beim HTGF. Man wolle dem Energiesektor verstärkte Aufmerksamkeit widmen, fügte Business Angel Burkhard Bonsels, der unter anderem auch im Beirat des Fintechs Ginmon sitzt, hinzu: „Dass es sich um ein Produkt für die bessere und effizientere Energienutzung handelt, freut uns besonders.“

Der Kontakt zwischen Geldgebern und Node.Energy kam im Rahmen der EY Start-up Academy zustande. In dem mehrwöchigen Programm der Wirtschaftsberatung, an dem sich auch die Deutsche Börse und das Frankfurter Gründerzentrum Tech Quartier beteiligten, trafen die sieben teilnehmenden Start-ups in Gruppen- und Einzelgesprächen mit 40 Investoren zusammen. In dieser Woche endete das Programm mit einem „Award“ für alle Teilnehmer – auf die ursprünglich geplante Kür eines Siegers wurde verzichtet. „Dieses Qualitätssiegel soll den Teilnehmern auf ihrem weiteren Wachstumsweg und im Kontakt mit Kapitalgebern, Behörden sowie Steuer- und Rechtsberatern helfen“, sagt Christopher Schmitz, der das Projekt als Partner bei EY betreut. Auch andere Teilnehmer befinden sich nach Angaben der Veranstalter nun in Verhandlungen und Prüfungen für weitere Seed-Finanzierungen.

Node.Energy will das frische Kapital in zusätzliche Mitarbeiter und die Weiterentwicklung der Software-Plattform einsetzen und so den Markteintritt in Deutschland vorbereiten. Schon zum Beginn des Programms hatte sich das Start-up im eigenen Blog auf die Chancen gefreut: „Jetzt sind wir heiß auf den Marktstart in Deutschland und darauf, die Weichen für unsere zukünftigen Ziele zu stellen.“