Das Bundesland spürt eine große Nachfrage nach staatlicher Unterstützung für Start-ups. Deswegen sollen jetzt mehr Geld bereitgestellt werden.

Schneller Start: Der Topf des erst im vergangenen Jahr eröffneten Beteiligungsfonds NSeed des Landes Niedersachsen ist bereits zu mehr als drei Vierteln abgerufen. Es gebe Zusagen über Beteiligungen in Höhe von 3,28 Millionen Euro der insgesamt zu Verfügung stehenden vier Millionen Euro, teilte das niedersächsische Wirtschaftsministerium auf die mündliche Anfrage von FDP-Abgeordneten mit.

Insgesamt acht Start-ups seien bereits unterstützt worden – darunter sind nach Informationen von WiWo Gründer unter anderem der Industrie-Drohnen-Anbieter Exabotix aus dem Harz und Pielers, ein Marktplatz für regionale Lebensmittel. Die Entscheidung über die Investmenthöhe wird dabei mit jedem Start-up individuell verhandelt. Aufgrund der hohen Nachfrage im Land soll der Topf jetzt aufgestockt werden. Zusätzliche 25 Millionen Euro sollen als weiteres Beteiligungskapital für niedersächsische Start-ups bereitgestellt werden.

Gasgeben bei der Gründerförderung

Das Bundesland ist gerade dabei, seine Gründerförderung auszubauen. Mit Beginn dieses Jahres wurden etwa staatlich unterstütze Start-up-Zentren in Hildesheim und Hannover gestartet, weitere sechs Anlaufstellen befinden sich bereits im Land. Die lokale Förderung der Gründer soll auch verhindern, dass die jungen Unternehmen in andere Bundesländer abwandern. „Wir wollen, dass junge, kreative Köpfe in Niedersachsen bleiben und aus guten Ideen erfolgreiche Unternehmen werden”, sagte Wirtschaftsminister Bernd Althusmann.

Das Werben der Bundesländer um die Gunst der Start-ups hatte im vergangenen Jahr deutlich angezogen. Nachdem NRW ein Stipendium für bis zu 1000 Jungunternehmer angekündigt hat, will auch Niedersachsen bis zu 100 Bewerber pro Jahr unterstützen, damit sich die Gründer voll auf den Anschub ihres Start-ups konzentrieren können.

Auch die Gelder für Beteiligungen und Gründerdarlehen wurden in zahlreichen Bundesländern – etwa Baden-Württemberg oder NRW – aufgestockt. Die aktuellen Zahlen des EY-Start-up-Barometers zeigten: An Berlin kommt dennoch noch kein Flächenland heran, starke Zuwächse waren allerdings in vielen Bundesländern zu verzeichnen.

Mit Material von dpa