Das Spin-off des Fraunhofer ISE kommerzialisiert eine neue Technologie zur Herstellung von Siliziumscheiben für Photovoltaikzellen.

Qualitativ hochwertige, aber günstige Siliziumscheiben für Solarzellen: Daran arbeitet NexWafe, ein Spin-off des Fraunhofer-Instituts für Solare Energiesysteme (ISE). Das Freiburger Start-up setzt dabei auf ein neues Herstellungsverfahren für die sogenannten Wafer, welche die Grundlage für die Stromerzeugung von Solarzellen sind. Ausgegründet 2015, hat das Unternehmen nun acht Millionen Euro eingesammelt.

Angeführt wurde die Runde von Saudi Aramco Energy Ventures. Der Venture-Capital-Arm des Erdölriesen investiert weltweit in Start-ups – darunter in Unternehmen, die Technologien für erneuerbare Energien entwickeln. Zweiter Neuinvestor ist der „Green Gateway Fund 2 des Berliner Familiy Offices Wermuth Asset Management. Frisches Kapital kommt zudem von Lynwood Schweiz. Das Beteiligungsunternehmen hatte bereits Anfang 2016 sechs Millionen Euro investiert.

Aufbau der Produktion

NexWafe will das Geld nutzen, um eine Fabrik für die Massenproduktion von Wafern in Freiburg aufzubauen. Eine Pilot-Produktionslinie gibt es bereits. Das Unternehmen nutzt eine Technologie, die Gründer und CEO Stefan Reber mit einem Team am Fraunhofer ISE entwickelt hat: Die kristallinen Siliziumschichten wachsen auf einem „Saat-Wafer“ und können anschließend ohne Sägeverluste abgelöst werden. Möglich ist das durch eine so genannte chemische Gasphasenabscheidung. In dem Prozess lagern sich Silizium-Atome aus gasförmigen Verbindungen auf einem Substrat ab.

Das Verfahren hat laut NexWafe den Vorteil, dass sowohl weniger Silizium als auch weniger Energie eingesetzt werden muss. Dadurch sollen Kostensenkungen um etwa 40 Prozent möglich sein. Beim heute üblichen Verfahren wird Rohsilizium in mehreren Schritten unter großer Hitze kristallisiert und anschließend in Scheiben geschnitten.