Aber dann geht die Arbeit erst los: Wände herausreißen, Waschmaschinen und Trockner einbauen, Decken höher machen, um ein kleines Café auf einem Zwischendeck einzubauen, und die Straße aufreißen, um die Wasserleitungen von 2,5 auf 10 Zentimeter zu vergrößern. Das alles in einem typischen schiefen und krummen New Yorker Haus mit der für die Stadt ebenfalls typischen Willkür der Aufsichtsbehörden. „Da mussten wir uns umstellen und haben viel Zeit verloren“, sagt Theresa Williams. „Wir dachten, wir machen einfach alles nach Plan.“

Ende 2017 können die Schwestern den „Celsious“ genannten Laden endlich eröffnen, mit 4 Angestellten, 18 Waschmaschinen und 16 Trocknern sowie einem Café mit Getränken und kleinen Snacks – mit Biozucker, Milch aus der Region in Glasflaschen und kompostierbaren Handschuhen. Einmal Waschen kostet 7,50 Dollar (etwa 6 Euro) inklusive Öko-Waschmittel – das
ist mehr als in einem normalen Laundromat, aber weniger, als wenn man seine Wäsche abgibt oder per App abholen lässt, was immer mehr New Yorker machen.

Waschsalon und Café

Das Geschäft sei gut angelaufen, sagt Corinna Williams. „Das Feedback ist unfassbar positiv, auch wenn es natürlich nicht die einfachsten Monate waren, um zu eröffnen – Winter, Feiertage, Schneesturm, da bleiben die Leute zu Hause und das sind dann einfach die Realitäten, mit denen man als Business-Besitzer fertigwerden muss.“

Die Kunden kommen bislang hauptsächlich aus der Nachbarschaft oder aus den umliegenden Hotels und Ferienwohnungen. „Am Wochenende kommen auch Leute zusammen, mit ihren Mitbewohnern oder sie treffen sich für Business-Meetings, einer kommt mit Wäsche, zwei oder drei Mitarbeiter kommen dazu und es wird gearbeitet – so hatten wir uns das vorgestellt.“

Viele Kunden zeigen sich begeistert. „Ein wunderschöner Laundromat mit qualitativ hochwertigen Maschinen aus Europa“, schreibt eine Nutzerin zu ihrer Bewertung beim Online-Portal Yelp. „Es ist ein bisschen teuer, aber definitiv besser als bei anderen Laundromats“, schreibt ein anderer. Und das Stadtmagazin „TimeOut“ proklamierte: „Auf das Waschen
in diesem Laundromat-Café wirst du dich sogar freuen.“

Ein 24-Stunden-Job

Die Williams-Schwestern, die gemeinsam im Viertel Bushwick wohnen, hat der eigene Waschsalon noch enger zusammengeschweißt. „Wir sind durch den Prozess zu einer Person geworden“, sagt Corinna Williams. „Seit zwei Jahren werden wir für Zwillinge gehalten, das ist uns vorher nie passiert.“ Und sie wollen mehr: „Idealerweise gibt es bald einen „Celsious“ in jeder Nachbarschaft in New York.“

Aber der Waschsalon verlangt ihnen auch einiges ab. Sieben Tage die Woche ist von 7.00 Uhr bis Mitternacht geöffnet, immer muss mindestens eine der Schwestern da sein und sich um alles kümmern. „Das ist eine riesige Verpflichtung“, sagt Theresa Williams, schaut an sich und ihren Anziehsachen hinunter und lacht. „Seitdem wir einen Waschsalon haben,
kommen wir selbst überhaupt nicht mehr zum Waschen.“