Was Unternehmen von Start-ups lernen können und wo es beim digitalen Wandel am meisten klemmt.

„Neumacher meets Weltmarktführer“ lautete das Motto der WirtschaftsWoche-Konferenz, bei der erfolgreiche Unternehmen auf junge Gründer trafen. Viele etablierte Firmen haben erkannt, dass sie sich verändern müssen, um ihre Geschäftsmodelle für die digitale Welt anzupassen. Dabei können Start-ups Partner, Impulsgeber und sogar Vorbilder sein. Wie das gelingen kann und wo es in der Praxis oft hakt, war das zentrale Thema in verschiedenen Diskussionen und Vorträgen.

 Ängste ernst nehmen

„Kooperationen mit Start-ups klingen schön, aber sind in der Praxis oft nicht erfolgreich“, sagte René Obermann. Er sprach dabei auch selbstkritisch über seine Zeit als Telekom-Chef. In Konzernen würden die Bedürfnisse junger Unternehmen oft nicht verstanden. Die haben oft wenig Zeit und brauchen schnell Entscheidungen und auch Geld aus möglichen gemeinsamen Projekten. Diese sind in der Umsetzung bei Konzernen wiederum langwierig, bedürfen ellenlanger Verträge, Audits und proofs of concept. „Am Ende verschwinden gute Ideen in einer Black Box“, kritisiert Obermann.
Ein Grund dafür und eine zentrale Hürde für den Wandel generell seine die mentalen Widerstände in Unternehmen. „Weil die Großen Angst haben, versuchen sie manchmal Kleine aufzusaugen oder sogar zu ersticken“, sagt Obermann, der jetzt als Partner beim Private Equity Unternehmen Warburg Pincus arbeitet
Ein weiteres Problem seien die Sorgen der Angestellten. Viele fürchten durch neue Technologien oder Projekte, die Strukturen verändern und effizienter machen, um ihre Jobs. „Manager nehmen diese Ängste der Mitarbeiter oft zu wenig war“, sagt Obermann. Entscheidend sei es aber, die Ängste frühzeitig abzubauen und die Mitarbeiter zu begeistern.