Die Gewinner des WirtschaftsWoche-Gründerwettbewerbs haben Olaf Koch getroffen. Welchen Rat der Metro-Chef dem Start-up mitgab, erzählen sie im Gründertagebuch.

Mit Versandboxen aus Stroh gewann Landpack den WirtschaftsWoche-Gründerwettbewerb. Wie es weitergeht, lesen Sie ab sofort regelmäßig im Gründertagebuch.

Kalt war es an diesem Donnerstagvormittag, als wir an der Metro-Zentrale in Düsseldorf ankamen. Voll bepackt mit Landboxen, unseren Verpackungsboxen aus Stroh, quetschten wir uns in den Aufzug, um in die oberste Etage zu fahren. Dort, wo traditionell immer der Vorstand sitzt.

Unseren Ausflug von München nach Nordrhein-Westfalen hatten wir genutzt, um am Vorabend einen Kunden zu treffen. Der Höhepunkt aber lag noch vor uns, genauer: hinter einer Aufzugstür. Ende 2016 hatten wir den WirtschaftsWoche-Gründerwettbewerb Neumacher gewonnen. Mit unserem Start-up stellen wir Verpackungen her, die Styroporboxen ersetzen können. Teil des Preispakets war ein Treffen mit Olaf Koch, dem Chef der Metro Group.

Als Gründer von Landpack treffen wir zwar häufig Geschäftsführer, aber ein Konzernlenker dieser Größenordnung, der sich eine Stunde für uns und unsere Produkte Zeit nimmt – das war schon etwas Besonderes.

Olaf Koch war uns sofort sympathisch und stieg direkt mit uns in die Diskussion ein. Prüfend nahm er unseren mit Strohplatten gefüllten Karton in die Hand. „Wiegt der mehr als eine herkömmliche Verpackung aus Styropor? Hält Stroh die Wärme besser? Haben Sie mal an andere Anwendungsbereiche gedacht?“ Koch hatte sich anscheinend gut vorbereitet. Umso besser für uns und unser Unternehmen.

Kampf den Tröpfchen

Koch riet uns, unser Alleinstellungsmerkmal möglichst deutlich herauszustellen. Für ihn ein entscheidender Vorteil: Im Gegensatz zu Styropor kann Stroh nämlich Feuchtigkeit aufnehmen. Damit verhindert der Kunde lästige Tröpfchenbildung in der Verpackung, etwa wenn Kühlmittel antauen.

Insgesamt war Koch von unseren Produkten „super beeindruckt“ – wie er selbst sagte.
Wir wollten von ihm wissen, wie ein Start-up bei einem großen Konzern an den richtigen Ansprechpartner kommt. In unserem Fall sei es am sinnvollsten, den Vertriebsleiter anzusprechen, sagt Koch. Der habe im Normalfall genügend strategisches Gespür, um auch den Marketingaspekt von komplett recycelbaren Verpackungen mitzudenken.

Und Koch geht sogar noch einen Schritt weiter. Er überlegt, wer in seinem Hause konkret der richtige Ansprechpartner für uns wäre, und verspricht, einen Kontakt für ein Gespräch herzustellen. Wir sind gespannt, ob es zu diesem Termin kommen wird.

So oder so – der Tag, auf den wir seit Wochen gespannt gewartet haben, war ein Höhepunkt seit Bestehen von Landpack.

Redaktion: Kristin Schmidt