Peat

Mit seinem blonden Irokesenschnitt und dem schwarzen Kapuzenpulli sieht Robert Strey nicht aus wie ein Fan von Zimmerpflanzen. Dennoch fotografiert er alle Arten von Gewächsen, die ihm vor die Smartphone-Linse kommen – zumindest wenn sie krank aussehen. Strey ist Chefentwickler des hannoverschen Start-ups Peat und füttert mit den Bildern seine Datenbank. Darauf können Hobbygärtner und Landwirte zurückgreifen, wenn sie wissen möchten, welche Schädlinge ihren Pflanzen zusetzen. Ein Foto genügt: Die App Plantix kann daran inzwischen mehr als 60 Krankheiten erkennen.
Deren Anzahl und die Qualität der Bilderkennung verbessern, sich durch die selbst lernende Software ständig. Um die Algorithmen zu trainieren, benötigt Peat neue Bilder, die Datenbank enthält inzwischen mehr als 80 000 Fotos.

Doch das Start-up beschränkt sich längst nicht nur auf die App. Das eigentliche Geschäft will es mit der Technologie im Hintergrund machen. Diese will Peat an Agrarkonzerne verkaufen, künftig könnte die Bilderkennung in Traktoren oder Drohnen eingebaut werden. „Wir wollen, dass alle Bilder von kranken Pflanzen über unsere Server laufen“, sagt Strey. Eines Tages könnte die Peat-Plattform wie ein globales Frühwarnsystem funktionieren und zeigen, wo wann welche Krankheiten auftreten – und wie sie sich verbreiten.+