Zum zehnten Mal vergibt die WirtschaftsWoche den Gründerpreis Neumacher. Diese Start-ups haben es ins Finale geschafft.

Im Oktober 2015 stellt Thomas Kirchner einen Handschuh vor, der die Arbeit in Fabriken und Lagerhallen erleichtern soll. Mit dieser Idee gewinnt sein Start-up 2015 den Gründerpreis der WirtschaftsWoche. In der vergangenen Woche startete ProGlove den Verkauf des Handschuhs, Unternehmen wie Audi oder BMW haben ihn getestet, der Chipkonzern Intel stieg bei den Münchnern ein.
Nun hilft Kirchner anderen Gründern: Er ist Mitglied der hochkarätigen Jury, die den Sieger des Neumacher-Wettbewerbs kürt. Bereits zum zehnten Mal vergibt die WirtschaftsWoche den Gründerpreis, rund 200 Start-ups bewarben sich in diesem Jahr. Der Sieger wird am 30. November in Hamburg auf der Konferenz „Neumacher meets Weltmarktführer“ gekürt. Er erhält Startkapital in Höhe von 10 000 Euro sowie ein Paket an Sachleistungen im Wert von rund 300 000 Euro. Und das sind die Finalisten.

Green City Solutions

Feinstaub beschäftigt nicht nur die Lungen der Bürger, sondern auch die Debatten der Politiker: Der Bundesrat will Benzin- und Dieselautos ab 2030 am liebsten komplett verbieten, um die Luft zu säubern. Das Start-up Green City Solutions bekämpft den unsichtbaren Dreck dagegen mit Moos. „Die Pflanzen können den Feinstaub schlicht aufessen“, sagt Chef und Gründer Dénes Honus. Das Unternehmen baut Sitzbänke, deren Lehnen in großen Tafeln münden, und bepflanzt diese mit Moos. Jede soll so viel Feinstaub filtern wie 275 Bäume. Durch die vielen kleinen Verästelungen kann das Moos mehr Schadstoffe aufnehmen als Blätter.

Das Start-up, im Jahr 2014 in Dresden gegründet, hat seinen Sitz inzwischen nach Berlin verlegt. Dort stehen nun auch zwei der sogenannten City Trees, und zwar am Hauptbahnhof und am Bahnhof Südkreuz. Es ist ein Pilotprojekt mit der Deutschen Bahn, deren Logo dabei integriert wurde – denn die Luftverbesserungswände können zugleich als Werbetafeln genutzt werden.
Neben Unternehmen setzt das Start-up aber vor allem auf Städte als Kunden. Während die deutschen Bürgermeister noch zögerlich sind, konnte Honus bereits die Oberhäupter von Paris, Oslo und Hongkong überzeugen.