Frisches Geld für die deutsche Start-up-Szene: Point Nine hat weitere 55 Millionen Euro für Frühphaseninvestments eingesammelt. Beteiligt haben sich einige bekannte Geldgeber.

Der Berliner Wagniskapital-Geber Point Nine Capital legt einen dritten Fonds in Höhe von 55 Millionen Euro für Start-up-Investments auf. Insgesamt beträgt das Investment-Volumen damit 100 Millionen Euro. Zum bisherigen Portfolio gehören Delivery Hero, Kreditech, Westwing oder Zendesk. Schwerpunkt sind digitale Marktplätze, zuletzt investierte Point Nine in das Cloud-basierte Flottenmanagementsystem Automile aus Schweden und die französische Buchungsplattform StarOfService, auf der vom Architekten bis zum DJ diverse Dienstleistungen lokal gebucht werden können.

Point Nine ist auf Investitionen in der Frühphase spezialisiert, die Summen liegen in der Regel zwischen 100 000 Euro und einer Million. „Wir werden künftig etwas größere Beträge investieren“, sagt Christoph Janz, Mitgründer und Managing Partner bei Point Nine. „Wenn ein Start-up am Anfang eine Million bekommt, muss es sich nicht nach fünf Monaten schon um die nächste Finanzierung kümmern.“

Zudem habe Point Nine mehr Reserven für Folgeinvestments. Das ist wichtig, damit bei weiteren Finanzierungsrunden mit höherer Bewertung die eigenen Unternehmensanteile nicht zu stark verwässert werden.

Geplant sind Investitionen in etwa 40 Start-ups über einen Zeitraum von drei Jahren. „Geografisch haben wir dabei einen breiten Ansatz“, sagt Janz. So erwartet er, dass sich die Investitionen zu je einem Drittel auf Start-ups in Deutschland, dem restlichen Europa und dem Rest der Welt verteilen.

Die derzeitige Entwicklung, insbesondere der Berliner Start-up-Landschaft sieht Janz sehr positiv, wie auch der Kauf von 6Wunderkinder durch Microsoft zeige. „Das ist inspirierend für andere Gründer, zudem fließt wahrscheinlich wieder Geld ins Ökosystem zurück“, so Janz. Auch in den jüngsten Point Nine Fonds haben eine ganze Reihe von Internetunternehmern investiert, unter anderem Mr.Spex-Gründer Dirk Graber, Niklas Östberg von Delivery Hero, zwei der Zendesk-Gründer oder Project-A-Chef Florian Heinemann. Zudem hat sich der Vermögensverwalter Flossbach von Storch neu an dem Fonds beteiligt, dazu kommen bestehende Investoren wie Horsley Bridge Partners oder Sapphire Ventures.

Einmal im Monat schreiben Christoph Janz und andere Investoren des Point Nine Teams in Ihrer  Kolume für WirtschaftsWoche-Gründer über Trends und Entwicklungen in der Gründerszene.