Rocket Internets Immobilien-Portal Nestpick hat sein Angebot und die Zahl der Mitarbeiter radikal zurückgefahren. 

Für Fabian Dudek sah es im vergangenen Jahr sehr gut aus. Der Gründer von Nestpick gewann Rocket Internet als Mehrheitseigner und zog mit seinem Start-up aus den Niederlanden nach Berlin. Seine Idee: Wohnungen direkt online mieten, auch ohne sie vorher zu besichtigen. Das Angebot richtet sich vor allem an Expats und Austauschstudenten und wurde zunächst schnell auf neue Märkte ausgeweitet. Noch Ende vergangenen Jahres vermeldete Nestpick eine neue Finanzierungsrunde über elf Millionen Dollar.

Doch inzwischen floppt der große Hoffnungsträger: Nachdem Nestpick zuletzt in 35 Städten in neun Ländern aktiv war, sind davon nur noch fünf übrig. Die Zahl der Mitarbeiter wurde von 140 auf 50 reduziert, wie „Gründerszene“ berichtet. Nachdem Rocket schon mit seinem Airbnb-Klon Wimdu eher bescheidenen Erfolg hat, ist das ein erneuter Rückschlag im Bereich Immobilien.

Denn auch das Geschäftsmodell steht hierzulande auf der Kippe. Nestpick finanziert sich über Provisionen. Wenn ein Mieter über das Portal einen Vertrag abschließt, muss er einen Teil an das Start-up überweisen. Doch seit dem im Vorjahr in Kraft getretenen Maklergesetz muss derjenige für die Vermittlung zahlen, der sie bestellt. Im Normalfall ist das der Vermieter. Daher hatte Nestpick die Gebühr in Deutschland ausgesetzt, nun gilt sie aber wieder. Das Start-up begründet es damit, dass die Provision eine Servicezahlung für Leistungen sei, die mehr als die Vermittlung umfassen. Doch ob diese Argumentation auch bei einem Gerichtsstreit durchkäme, ist unter Experten stark umstritten.