Mona Späth und Hanna Jakob wollen Business Angel Andrea Kranzer von ihrer App Neolexon überzeugen, die Schlaganfallpatienten beim Sprechen lernen helfen soll.

Eine halbe Minute mit Investorin Andrea Kranzer im Fahrstuhl: Wie lautet euer Elevator Pitch?
Wir helfen Menschen, die nach einer Hirnschädigung, etwa durch einen Schlaganfall, wieder sprechen, lesen, schreiben und verstehen lernen. Dabei müssen sich die Patienten Wörter und Bedeutungen regelrecht zurückerobern. Bisher bekommen sie in der Regel einmal pro Woche eine Sprachtherapie verschrieben. Dank unserer App können sie jederzeit mit einem maßgeschneiderten Lernprogramm üben. Die Patienten bekommen etwa Fotos gezeigt, die der Therapeut aussucht, etwa von einem Cappuccino. Sie müssen das Wort dann sprechen, schreiben, lesen – und verstehen lernen. Außerdem bieten wir Videos an, in denen wir die Wörter vorsprechen.

Wie seid ihr auf die Idee gekommen?
Wir sind Sprachtherapeuten. Weil es keine anständigen digitalen Hilfsmittel gab, mussten wir Übungsblätter auf den Kopierer legen und Fotokärtchen verteilen. Das wollten wir verbessern.

Und wie verdient ihr damit Geld?
Bis Herbst ist die App kostenlos, danach werden wir eine Gebühr von The-rapeuten und Patienten verlangen. Wir sind aber im Gespräch mit den Krankenkassen, damit sie die erstatten.

Eure Kultur ist:
a) perfektionistisch wie bei Apple
b) nerdig wie bei Google
c) gnadenlos wie bei Uber
d) … Für Patienten muss die App vor allem leicht zu benutzen sein. Deshalb sind wir sehr perfektionistisch.

Wie sieht es mit Vielfalt in eurem Unternehmen aus?
Das Gründerteam besteht je zur Hälfte aus Männern und Frauen. Aus Deutschland, Russland und Indien.

Was war euer größter Rückschlag?
Unsere App muss als Medizinprodukt zertifiziert sein, auch damit sich der Patient die Kosten von der Krankenkassen erstatten lassen kann. Die bürokratischen Hürden bei dieser Zulassung sind für ein Start-up extrem hoch.

Wo steht ihr in fünf Jahren?
Dann ist unser Training Standard in der Sprachtherapie. Zudem gibt es unsere Apps dann in mehreren Sprachen.

Fakten zum Start-up

Gründung: 2017
Kunden: mehrere Tausend
Förderung: staatliche Fördermittel

Würde der Profi investieren?

Idee: 3/5
Geschäftsmodell: 3/5
Timing: 4/5

Urteil: „Der Nutzen für die Therapeuten könnte noch geschärft werden. Der Markt wäre bereit für breitere Lösungen, die auch helfen, das Gedächtnis des Patienten zu reaktivieren.“
Andrea Kranzer, Business Angel und Mitgründerin des Life Science Investorennetzwerkes Angels4Health