Mit einer Mischung aus Software und Hardware erschaffen die Münchener digitale Zwillinge von Immobilien. Das lockt jetzt auch einen japanischen Investor.

Virtuelle Gänge durch das Firmengebäude, digitale Abbildung aller Räume in der Fertigung: Für die Übertragung von realen Gebäuden in den digitalen Raum hat das Münchener Start-up NavVis eine Mischung aus Scanner und entsprechener Software entwickelt. Jetzt hat das 2013 gegründete Unternehmen eine Finanzierungsrunde über umgerechnet etwas mehr als 30 Millionen Euro abgeschlossen.

Angeführt wird die Runde vom Münchener Risikokapitalgeber Digitalplus Partners – die junge Investmentgesellschaft ist mit dem Anspruch angetreten, sich an digitalen Hidden Champions zu beteiligen. Die bisherigen NavVis-Investoren MIG, Target Partners und BayBG sind ebenfalls an der aktuellen Runde beteiligt.

Japanischer Investor mit strategischem Interesse

Neu mit dabei ist der japanische Ingenieurdienstleister Kozo Keikaku Engineering. Das Unternehmen mit knapp 600 Mitarbeiter führt NavVis bereits als ein mögliches Produkt in seiner Angebotspalette auf. Im vergangenen Jahr haben die Münchener neben dem bereits existierenden Büro in New York zudem eine Niederlassung in Schanghai eröffnet. Die neue Finanzierungsrunde soll helfen, „das Wachstum auf dem globalen Unternehmensmarkt zu beschleunigen“, heißt es in einer Pressemitteilung.

Mit seiner Software-Plattform will sich NavVis an einer zentralen Stelle in der Firmen-IT verankern. Dafür hat das Start-up auch seine Schnittstellen zu anderen Anwendungen wie SAP oder der Konstruktions-Software Autodesk geöffnet. Auch andere sogenannte Proptechs, die sich der Digitalisierung in der Immobilienbranche verschrieben haben, konnten in diesem Jahr Investoren überzeugen. Allthings sieht sich als Plattform für Gebäudebesitzer und Dienstleister, Evana als Helfer bei der Verwaltung von relevanten Dokumenten.