Der Fahrtenvermittler macht mit dem neuen Angebot Start-ups Konkurrenz. Auch andere Autobauer drängen in den wachsenden Markt.

Und noch ein Unternehmen will den Hype um elektrische Tretroller für sich nutzen: Mytaxi hat unter der Marke „Hive“ ein Verleihangebot für E-Scooter in Lissabon an den Start gebracht, wie die in Hamburg ansässige Daimler-Tochter heute mitteilte. Ist das Pilotprojekt erfolgreich, will der Fahrdienstleister das Angebot schnell auf andere europäische Länder ausweiten.

Mytaxi nimmt einen Markt ins Visier, der bisher von Start-ups dominiert wird – und in den derzeit rekordverdächtig viel Wagniskapital fließt. In den letzten Wochen haben neben anderen Wind und Tier Mobility aus Berlin hohe Millionenfinanzierungen gemeldet, beim in Stockholm ansässigen Anbieter Voi Technologies waren es sogar 50 Millionen Euro. Die US-Vorbilder Lime und Bird hatten es in Rekordzeit in die Riege der „Einhörer“ – also Start-ups mit einer Bewertung von über einer Milliarde Dollar – geschafft.

Angebote gleichen sich

„E-Scooter sind ein attraktives Fortbewegungsmittel für jede Großstadt und eine umweltfreundliche Alternative, Staus und Schadstoffbelastungen in der Luft zu reduzieren“, erklärt Mytaxi-Chef Eckart Diepenhorst. Gestartet ist „Hive“ in Portugal mit einer eigenen App, eine Webseite gibt es bislang nicht. Denkbar sei eine Integration des neuen Services in die Mytaxi-App.

Das Angebot gleicht dem der Konkurrenten: Die E-Scooter werden in der App geortet und durch das Scannen ein QR-Codes freigeschaltet, für jede Fahrt wird eine Startgebühr von einem Euro fällig, hinzu kommen 15 Cent pro Minute. Zum Einsatz kommen vorerst wie bei vielen anderen Anbietern auch Tretroller von Segway Ninebots – im Gespräch mit dem Handelsblatt stellte Diepenhorst aber die Entwicklung eigener Hardware in Aussicht.

Auch Ford mischt mit

Daimler ist nicht der erste Autobauer, der sich in den neuen Markt vortastet. In den USA hatte Ford Anfang des Monats das in San Francisco ansässige Start-up Spin übernommen. Dieses ist in 13 US-Städten vertreten. Auch der Fahrtenvermittler Uber verstärkt sich in den Bereich: Das im April übernommene Leihfahrrad-Start-up Jump hat auch E-Scooter im Programm.

Spannend bleibt die Frage, wann der Wettkampf der Verleihdienste auch in deutschen Städten ausgetragen wird. Denn bisher fehlt noch eine Straßenzulassung für sogenannte Elektrokleinstfahrzeuge. Ändern soll das eine neue Verordnung, die aber nach Einschätzung von Branchenexperten aber erst im Frühjahr in Kraft treten wird.