Im Elevator Pitch der WirtschaftsWoche wollen die Gründer von Mr. Snow, Jens Reindl und Felix Neubert, überzeugen. Ihre Stoffbahnen sollen Schneesport auch im Sommer ermöglichen. Wie urteilt Investor Frank Thelen?

Eine halbe Minute mit Investor Frank Thelen im Fahrstuhl: Wie lautet euer Elevator Pitch?
Wir haben Ski- und Rodelpisten erfunden, die bei jeder Temperatur, ohne Wasser und Chemikalien funktionieren. Sie basieren auf Stoffbahnen. Chinas Staatschef Xi Jinping hat im Dezember 2017 verkündet, bis zu den Olympischen Winterspielen in Peking 2022 die Zahl der Skifahrer im eigenen Land von sieben Millionen auf 300 Millionen zu erhöhen. Dafür muss das Land auch im warmen Süden Pisten bauen. Wir können sie liefern. Auch Europas Skigebiete sind im Zuge des Klimawandels  gezwungen, sich mit Alternativen zum Naturschnee auszurüsten. Unsere Kunden sind häufig Skischulen. Und im Moment verhandeln wir darüber, in Chamonix ein Skigebiet auszustatten.

Wie seid ihr auf die Idee gekommen?
Ich komme aus der Textilbranche. Beim Besuch einer Skisprungschanze, die im Sommer mit Matten belegt war, dachte ich: So was muss doch auch für das alpine Skifahren möglich sein.

Werdet ihr jemals Geld verdienen?
Wir sind 2017 knapp an der Gewinnschwelle vorbeigeschrammt. Dieses Jahr sollte es allerdings klappen, sofern wir wegen des Booms in China nicht massiv expandieren müssen.

Eure Kultur ist:
a) perfektionistisch wie bei Apple
b) nerdig wie bei Google
c) gnadenlos wie bei Uber
d) … kreativ und lustig, trotzdem leistungsorientiert.

Wie sieht es mit Vielfalt in eurem Unternehmen aus?
Wir sind zur Hälfte Männer und Frauen. Mitarbeiter aus dem Ausland haben wir noch nicht, wollen das aber ändern.

Was war euer größter Rückschlag?
Wir haben vor einem Jahr für einen Auftrag in China vorproduziert, der dann geplatzt ist. Die Folge: Tausende Quadratmeter Piste im Lager. Und kaum noch Geld.

Wo steht ihr in fünf Jahren?
Vielleicht haben wir dann sogar schon unsere Idee für Matten, die Tiefschnee simulieren, in die Realität umgesetzt. In jedem Fall wollen wir in fünf Jahren aber der weltweit führende Anbieter für künstliche Skipisten sein.

Fakten zum Start-up

Gründung: 2013
Kunden: 150
Mitarbeiter: acht
Finanzierung: Wagniskapitalfonds sowie private Investoren

Würde der Profi investieren?

Idee: 4/5

Geschäftsmodell: 3/5

Timing: 5/5

Urteil: „Wenn das für leidenschaftliche Ski- und Snowboardfahrer wie mich ähnlich gut ist wie auf echtem Schnee, sehe ich einen riesigen Markt. Es wäre toll, wenn ich zu jeder Jahreszeit im Rheinland snowboarden könnte.“

Frank Thelen, Gründer der Wagniskapitalfirma Freigeist, früher Investor bei MyTaxi und Wunderlist