Nach Führungswechsel und Restrukturierung erhält Movinga frisches Geld. Mit neuen Investoren soll das Umzugs-Start-up wieder auf Kurs finden.

Mit 22 Millionen Euro an neuem Kapital versucht das angeschlagene Start-up Movinga die Krise des vergangenen Jahres zu überwinden. Hinter der Finanzspritze steht der Neuinvestor Santo Venture Capital, eine Risikokapitalgesellschaft der beiden Hexal-Gründer Thomas und Andreas Strüngmann, die in einer ersten Tranche Eigenkapital in Höhe von neun Millionen Euro zuschießt. Die bisherigen Ankerinvestoren um Earlybird und Rocket Internet liefern weitere 4,4 Millionen Euro. Die Investments sollen einen Strategiewechsel der Berliner Firma vorantreiben.

Movinga will seine Online-Plattform breiter aufstellen: Bislang können Kunden über die Internetseite nur ihren Umzug organisieren. Geplant sei nach Unternehmensangaben, künftig auch den Wechsel des Strom- oder Internetanbieters für Kunden zu übernehmen. „Ziel ist es, Movinga zu einer One-Stop-Lösung für Dienstleistungen rund um den Umzug zu etablieren“, sagt Geschäftsführer Finn Hänsel zu WirtschaftsWoche Gründer.

Die Investoren erwarten von dem Berliner Start-up weiteres Wachstum und einen Sprung in der Automatisierung. Sollte das Unternehmen im Frühjahr 2018 Erfolge vorweisen können, erhalte es den noch ausstehenden Teilbetrag von neun Millionen Euro. „Mit dieser Finanzierungsrunde sind wir durchfinanziert bis zum Break-Even“, sagt Hänsel.

Nach der Schrumpfkur

Deutlich schlanker und mit neuer Struktur will der Geschäftsführer die Wachstumsziele der Investoren erreichen. Inzwischen ist das Start-up von 500 Mitarbeitern auf weniger als 200 geschrumpft, der Jahresumsatz liege bei mehr als 20 Millionen Euro.

Nach Ermittlungen der Staatsanwaltschaft gegen die beiden Gründer hat das Start-up im Sommer vergangenen Jahres 150 Mitarbeiter entlassen und die Geschäfte in Großbritannien und Italien eingestellt. Das Unternehmen sei zu schnell gewachsen und „dabei lief manches fahrlässig“, ließ sich Hänsel im Dezember zitieren. 

Zu den härtesten Konkurrenten auf dem Umzugsmarkt gehört die Plattform Move24. Im Dezember hat der Immobilien-Marktplatz ImmobilienScout24 („Immoscout“) eine strategische Partnerschaft mit Move24 bekanntgegeben. Das Ziel: Mehr Macht auf dem deutschen Markt erhalten.